Bewohner Enrvpa's. Die Albaner. 291

Schaar ein kriegerisches Aussehen hat. Die Mirditen und die Stämme, welche sich in den Thälern und an den Ufern des Drin als katholische Kristen erhalten haben, sind von cdlerer Gestalt, unerschrockene Krieger und treue Unterthanen.

Die Toxiden sind ebenfalls nicht so wild, als die Gnegen. Auch sie sind ebenfalls von großem schlankem Wüchse, haben regelmäßige Züge, und zeichnen sich durch ein feines Aussehen und einen leichten Gang vor andern aus. Sie haben eine römische Nase, kleine Stirne, blaue Augen, dunkel­rothes Haar, und einen dünnen Hals. Sie sind die schönsten von allen Albanern, und ihre alte Kriegertracht erinnert noch an die ehemalige Heldenzeit.

Die Javier, welche auf den steilen akrokeraunischen Gebirgen wohnen, und zum Theil nur vom Raube leben, sind häßlich. Sie sind von kleinem magerm Wüchse, und so unreinlich, daß ihre Nachbarn von ihnen sagen, sie würden nur dreimal im Leben gewaschen, nämlich bei der Geburt, am Tage vor der Hochzeit, und wenn sie gestorben seien. Sie haben schon in der Jugend ein altes Aussehen, einen düsteren Blick, pflegen immer nur Nachts auf Raub auszugehen, und sind, da sie in der Dunkelheit scharf sehen können, im kleinen Kriege sehr gefährlich, wenngleich sie nicht tapfer sind, als manche ihrer Nachbarn. Ihre Kleidung ist der der Toxiten ähnlich» doch dunkler. Ihre groben Hemden ziehen sie nicht eher vom Leibe, als bis sie ihnen abfaulen.

Die Schamis, welche in fruchtbarer Gegend leben, werden für die edelmüthigsten und artigsten aller Albaner gehalten. Sie haben blonde oder kastanienbraune Haare, lebhafte Gesichtszüge, eine zartere Haut, als ihre übrigen Volksgenossen. Die Frauen der Albaner weichen nach den einzelnen Stämmen beträchtlich von einander ab. Bei den Guegen haben sie einen stolzen Blick und Gang, woraus man erkennen kann, daß sie an Gefahren und Mühen ihrer Männer gewöhnt, und Mütter tapferer Söhne sind. Ist der Herd bedroht, so kämpfen sie im Gefechte unter den Män­nern, und muntern dieselben zum Kampfe auf. Sie tragen keine Schleier, sind aber sittsam. Wenn sie reisen, sind sie von Hunden begleitet, und tragen Pistolen im Gürtel.

Bei den Toxiden haben die körperlich schönen Weiber große, blaue, feurige Augen, blonde oder kastanienbraune lockige Haare, eine feingebildete Nase, und einen schönen Mund, und bescheidenes, zurückhaltendes Wesen.

Bei den barbarischen Japiern sind die Weiber Sklavinnen, ohne Anmuth, herabgewürdigt, und dumm. Sie sehen als von der Sonne

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