von Schnurbrüsten und Schnürleibern, was sicherlich mit Ursache ihrer Anten Gesundheit ist. Der Saum des Rockes ist manchmal mit Muscheln geziert. Zwischen ihm und dem Brustlätze lauft ei» breiter Gürtel, der von gefärbter Wolle gewoben, oder aus Leder, und mit Zinnarbeit verziert ist. Das aus Rasch gemachte Oberkleid heißt Sadack, fällt, wie der Rock, bis auf die Mitte der Wade hinunter, und ist mit Scharlach umsäumt. Der Rock ist blau, und da diese Farbe mvdro heißt, nennt man den Rock davon Modrina. Im Sommer legt man die Mvdrina ab, und trägt blos den Sadack, ohne Ärmel, über einem Unterrocke. Die Strümpfe der Frauenzimmer sind durchgängig roth. Die Schuhe sind wie bei den Manns­personen, und werden gleichfalls Opanke genannt. Die Sohlen sind aus ungegärbtem Ochsenleder, das Oberleder ist aus Schaffell. Man windet die Schuhe rund um den Fuß herum, und schließt sie oben, über den Knö­cheln, zu. Besitzt eine Familie nur einiges Vermögen, so wird einer Toch­ter derselben nicht gestattet, andere Schuhe zu tragen. Verheirathet sie sich, so kann sie die Opanken ablegen, und sich, nach türkischer Weise, der

Bewohner Eurvpa's. Die Morlacken. 333

Halse sind diese Hemden mit einer Art Schloß, bei den Morlacken Mai te genannt, zugemacht. Beim männlichen Geschlechte sind die Hemden längs der Brust offen. Um den Hals tragen sowohl Weiber als Mägdchen dicke Schnüre von Glasperlen, welche von verschiedener Farbe und Größe zusam- mengemacht sind. An den Fingern haben sie eine Menge Ringe von Zinn, Messing und Silber. Oberhalb des Handgelenkes sind lederne Armbänder mit zinnernen, und, bei den Reichen, mit silbernen Zierrathen. Der Brust­latz ist gestickt, oder mit Muschel» und Glasperlen besetzt) doch ist weder Fischbein noch Eisen in demselben; auch wissen die Frauenzimmer nichts