IN einzelne Klaffen abgetheilt werden, sind auch sie in fünf Klaffen getheilt. Die eigentlichen Priester oder Religionsdiener bilden fünf Klassen, von welchen die erste Scheiche heißen. Die Blutsverwandten des Profiten heißen Emire, und die Lehrer oder Professoren Muderri'S. Dieselben werden, nachdem ihr tägliches Einkommen ist, in zehn Stufen getheilt, welche man alle durchlaufen haben muß, wenn man die Stelle eines Mollah erhalten will. Derwische nennt man die Mönche, welche einige und dreißig Orden bilden.
Die verschiedenen Derwisch-Orden zeichnen sich durch eigene Kleidungen, besonders durch eigenthümliche Kopfbedeckung aus, während die Kleider der Scheiche von weißem oder grünem Tuche und im Winter mit Pelz gefüttert sind. Die Kleidung der gemeinen Derwische ist gewöhnlich aus einer Art von sehr grobem, weißem oder schwarzem Kamelot. Sämmtliche Derwische lassen sich Bart und Schnurrbart, und manche auch die Haare wachsen; ihr Rosenkranz besteht in der Regel aus 99 Korallen, um die Namen Gottes daran herzubetcn. Fast alle Derwisch-Orden haben täglich sieben Namen Gottes zu sprechen, nämlich: Es ist kein Gott, als Gott; ferner: o Gott; ferner: o Er; o Allwahrer, o Alllebendiger, o Allbeständiger, o Allrächender. Diese sieben Worte deuten auf die sieben Himmel, auf die sieben Erden, sieben Meere, sieben Planeten, sieben Töne, sieben Metalle und sieben Hauptfarben (weiß, schwarz, roth, gelb, blau, dunkelgrün, hellgrün). Wenn ein Derwisch geweiht wird, so sagt der Obere dem Novizen
Bewohner Europa's. Die Türken. 37l
große Zahl anderer Angestellter, welche die Fetwa (so heißen die gutachtlichen Antworten und Entscheidungen des Mufti) an ihre Bestimmung' befördern. Ohne Fetwa des Mufti fängt man weder Krieg an, noch schließt man Frieden.
Die Kadi's oder Richter bilden fünf nach dem Rang und Namen verschiedene Klaffen, nämlich die großen Mollah, die kleinen Mvllah, die Mufettisch, die eigentlichen Kadi und die Naib. Die Lehtern sind nur Vikare der Mollah und Kadi, und so wie die andern Abtheilungen wieder
die sieben Worte, eines nach dem andern, und zwar in Zwischenräumen von mehren Wochen, dreimal in's Ohr. Ist das letzte Wort ausgesprochen, so ist die Neulingszeit vorüber. Nicht bei allen Orden ist die Zeit, in welcher die sieben Weihen gesagt werden, gleich lang; bei einigen dauert sie tausend und einen Tag. Jedes Kloster hat einen Saal für die gewöhnlichen Religionsübungen, die bei den verschiedenen Orden von einander abweichen, und jedesmal mit dem Hersagen der sieben Worte beginnen. Manche singen Chvräle in heulendem Tone ab, andere tanzen, wie besessen, im
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