häufige Fieber zu. Aus dem genannten Flusse bildet die Entenjagd eine sehr einträgliche Beschäftigung. Im Herbste werden mehre Hunderttausend wandernde Enten gefangen, ohne daß man einen Scbuß Pulver dazu ge­braucht. Die Türken haben an ihrer Gränze die Wälder von frühester Zeit her unverletzt erhalten, und daher ist auch das rechte oder südliche Ufer der Save oder Sau dicht bewaldet. Um nun Enten zu fangen, stellt man an der Seite des Flusses, welche von den Wäldern beschützt ist, schief durch den Fluß sehr große Netze auf. Die Entenfänger sind auf der sla­vonischen, den Wäldern gegenüber liegenden Seite des Flusses. Fällt eine große Schaar Enten in den Fluß ein, so machen sie ein Geräusch, damit die Vogel sich auf die andere Seite begeben, und so in das Netz fallen. Da die Bauern eine so außerordentliche Menge von Enten nicht zu verwerthen vermögen, theilweise auch aufheben wollen, salzen sie dieselben ein, räuchern sehr viele, und heben sie so für das ganze Jahr auf.

Die Heirathsgebräuche sind hier fast ebenso, wie bei den illirischen Völkerschaften.

Die Vergnügungen der Slavonier entsprechen ihrer Sorglosigkeit. Bei Festlichkeiten tanzen junge Leute den Kolo, und die Erwachsenen berauschen sich im Pflaumenbranntwein, Nako genannt. Im Sommer unterhalten sie sich mit dem Baden in Flüssen, oder fahren in ihren kleinen Kähnen, die aus einem ausgehöhlten Baumstamme bestehen. Bäder sind bei ihnen häufig im Gebrauche, da das Land sehr reich an Mineralquellen ist, und man muß den Slavoniern zum Ruhme nachsagen, daß fie ihren Körper

376 Bewohner Enropa's. Die Slavonier.

weniger Nutzen, als sie könnten; sie lassen die Kälber zu lange saugen, und erhalten dadurch zu dünne Milch und wenig Butter.

In der Nähe der Save haben die Slavonier eine eigenthümliche Bauart für ihre Häuser. Sie errichten dieselben ganz nahe am Flnßufer auf Pfäh­len, und ziehen sich dadurch, und durch ihre ohnehin große Unreinlichkeit,

reinlicher halten, als die anderen Jllirier. Wenn sie krank sind, wenden sie außer den Beschwörungen ihrer Geistlichen Wein, Branntwein, Ader­lässen und Schröpfen an. Gegen das zehrende Fieber gebrauchen sie bittere Pflanzen, als Tausendgüldenkraut und Bittcrklee, und eben so einfach, als sie die Menschen behandeln, behandeln sie auch ihr Vieh. Wird ein Mensch oder ein Thier von einer Viper gebissen, so brennen sie die Wunde auf der Stelle mit glühendem Eisen aus. Das weibliche Geschlecht ist arbeitsam und züchtig, und besorgt außer allen häuslichen Geschäften einen Theil der Feldarbeit. Die Frauenzimmer machen zugleich nicht nur ihre Kleidung, sondern auch die Kleidung der Männer, sind im Färben geschickt, und