theilt sind, haben sie ganz militärische Kleidung, und die nicht eingetheilten pflegen sich auf die gleiche Weise zu tragen. Zuweilen findet man Hirten, die nach ungarischer Weise einen Pelzmantel, eine Pelzmütze und einen langen Bart tragen. Die Weiber haben rothe Unterröcke mit einem an Farbe verschiedenen Saume, eine mit Blumen bemalte Schürze, einen blauen Rock, und tragen einen Schleier in Gestalt eines Turbans, welcher mit vielen großen Haarnadeln, deren Köpfe mit farbigem Glase geziert sind, befestigt wird.
Die Likaner.
Die Likaner (Llcani) sind die Bewohner des südlichen Kroatiens, und ihrer Stammgenoffen ist schon oben, S. 345, erwähnt. Sie haben mit denselben, so wie mit den benachbarten Völkerschaften, große Ähnlichkeit. Sie sind größer, als die übrigen Kroaten, körperlich sehr stark, muthig und voll Kriegslust. Sie sind den Montenegrinern wie im Äußern, so in Sitte und Lebensweise, sehr ähnlich. Ihr Land bildet eine natürliche Festung, und als Inhaber desselben führen sie stets kleinen Krieg mit ihren Granznachbarn. Wohlgebildete schöne Leute, tapfer und kriegerisch, des österreichischen Staates muthvollste Menschen, in Leidenschaften und Genüssen unmäßig, heftig und rachsüchtig bis auf das Äußerste, sind sie bei größter Unwissenheit gastfrei. Sie selbst nennen sich Helden (Junack), und schon an zwölfjährigen Knaben findet man Muth und Stärke und kraftvoll
Bewohner Europas. Die Likaner. 377
bedienen sich dazu einheimischer Pflanzen, welche zuzubereiten, als ein Geheimniß in der Familie forterbt. Außerdem können sie weben und sticken, und verstehen zu gärben, und die rauhen Schaffelle zu färben, die sie dann als ein geschätztes Pelzwerk verarbeiten.
Da die meisten Männer hier, wie in Kroatien, in Regimenter ringe-

