der Mai (Weliki traven) der große Grasmonat, der Juni (Rvsni zwei) ist Monat der Kornblühte, der Juli (Mali Serpan) heißt der kleine, und der August (Weliki Serpan) der große Sichelmonat.
Da die Tage im September kürzer werden, und wiederum eine Tag- und Nachtgleiche eintritt, wird er der hinkende Monat (Kimuz) genannt. Der Oktober (Kvsapersk) heißt Monat der Ziegenpaarung, der November (Listovgowi) Monat des welkenden Laubes, der Dezember (Gruden) der verzehrende Monat, der Januar (Prvsenz) wird Hirsemonat, und der Februar (Svizham) genannt.
Die Monate theilt man in drei Theile, also in zehntägige Abschnitte, und bezeichnet im Kalender die Festtage durch eine leere Stelle, oder farbige Piramide, während man für die Werktage eine schwarze Piramide wählt. Das Zeichen für die Sonntage ist ein stehendes Kreuz aus einem rothen Halbkreise. Witterungsverändernng und Mondeswechsel sind ebenfalls in diesem Kalender durch besondere Zeichen angegeben, weil die Gott- scheer häufig nicht lesen können. Für die Tage der ausgezeichnetsten Heiligen, so wie für die großen Feste, gibt es bestimmte andere Zeichen. Man macht z. an die Stelle eines solchen Festes die Abbildung eines Menschen, oder man zeichnet das Handwerkszeug eines Heiligen, so daß z. B. Johannes, der Täufer, durch ein Lamm, Urbanus durch eine Weintraube, Markus durch einen Löwen dargestellt wird. Für den ErasmuS hat man einen Bratspieß, auf welchem Stücke von Gedärmen hängen; Nikolaus
Bewohner Europas. Die Gottscheer. 38 »
werden, und die Natur zu neuem Leben zu erwachen beginnt, anfangen. So sehr schwierig es ist, eine solche zweckmäßige Rechnung in Europa einzuführen, ist es dennoch vielleicht gut, auf das Richtige, auch wenn es nicht gethan wird, aufmerksam zu machen.
Der März (Sushez) wird der trocknende Monat genannt, der April (Mali traven) heißt der kleine,
wird durch drei Schlüssel, Katharina durch ein Rad dargestellt; denPfingst- tag bezeichnet eine Taube. Wenn neben dem Bilde eines Heiligen die Sonne oder ein Hund abgebildet ist, so wird dadurch eine Finsterniß, oder es werden damit die Hundstage angedeutet. Durch eine Sanduhr wird die Tageslänge jedes Monats angegeben.

