Hochzertsgebräuche
Die Personen, welche sich ehelichen wollen, kommen, ohne Dazwischentreten anderer, überein. Ein Starashina leitet das ganze Übrige. Die oben angeführte Neckerei mit vermummten oder häßlichen Weibern ist auch hier im Gebrauche. Der Brautführer ladet die Hochzeitgaste ein.
Während des Hochzeitsmahles tritt ein zerlumpter Geiger mit einigen Spießgesellen herein und bietet den Gästen einen Ochsen zum Kaufe an. Diese erklären, das; er den Ochsen gestohlen habe, und prügeln den Geiger, welcher bei seinem Ausbieten beharrt und behauptet, das Thier auf rechtmäßige Weise zu besitzen. Endlich veranstalten die Gäste eine Sammlung für ihn und seine Gesellen, und händigen ihm das Gesammelte ein. Wenn diese Possenreißer sich entfernt haben, tritt die Köchinn ein, hat einen großen Löffel, der von ihrem Gürtel herabhängt. I» denselben legt jeder Gast einiges Geld, um die Bereiterinn der Speisen für ihre Mühe zu belohnen.
Die Tänze
der Dolenzer bei den Hochzeitsfesten weichen von den Tänzen der Oberkrainer sehr ab, und werden weit nicht mit der Fröhlichkeit und Munterkeit, wie in Oberkrain, ausgeführt. Gewöhnlich tanzt man den Ringeltanz. Zur Zeit der Hirsen- und Flachsärnte herrscht allgemeine Fröhlichkeit, und es finden ländliche Feste Statt. Die jungen Leute machen auf Zinken von neun Fuß Länge eine lärmende Musik, indem je zwei mit
Bewohner Europa s. Die Wenden oder Dvlenzi. 387
und handeln, im Kleinen, mit tzvlzwaaren, Hanf, Rindvieh und Honig. In Sitten und Gebräuchen haben sie Ähnlichkeit mit den Bewohnern von Oberkrain, haben aber bei ihren Verheirathungen einige eigenthümliche Gebräuche.
einander blasen. Während der Musik singen Arbeiter und Arbeiterinnen in Chören, und nach vollendetem Tagewerke wird getanzt. Beide Geschlechter begeben sich mit einander bald zur Ruhe.
Taufen.
In einigen Dörfern nimmt man eine beträchtliche Anzahl von Pathen und Pathinnen; doch erhalten deßwegen die Kinder keine übergroße Zahl von Taufnamen. Man thut dieses nur in der Erwartung, daß, wenn das Kind so unglücklich sein sollte, seine Ältern zu verlieren, der eine oder der andere der Pathen sich desselben annehmen und dafür sorgen werde. In
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