Bewohner Europa s. Die Krainer, Krainzi. 391

Wie Krainer, Krainzi.

Die Krainer, Krainzi, oder Oberländer, oder Gorenzi, woh­nen nördlich von den Unterkrainern, östlich von den Karstern und Tschitschen, südwärts von den Gailthalern, in den sogenannten Mischen Alpen, um Ober­laibach herum in Jnnerkrain, und bilden nur einen kleinen Volksstamm. Auch haben sie daS sogenannte dürre Krain (Soucha Kraina) zwischen Laibach und der Gurk inne. Ihre Benennung kömmt von dem slavischen Worte Krai, was so viel als die Gränze oder das Äußerste bedeutet, und man könnte also das Wort Krainer im Deutschen durch Gränzner oder Cndner übersehen, wodurch bezeichnet wird, daß die Krainer die westlichen Slaven sind. Sie dehnen sich bis an das Meer von Adria aus. Lateinisch heißt Krain Carniola. Die Krainer werden auch Gorenzi und Garenzi, d.i. Bergbewohner und Oberländer, genannt; sie nennen ihr Land Krain s ka des Hela. Durch den Loibl werden sie von den Kärthner» geschieden.

Diese Menschen sind von großem, gut gestaltetem Körperbau, habe» rabenschwarze Haare, sehr lebhafte Augen, und gesunde Gesichtsfarbe. Bei sehr mäßigem Leben sind sie munter und lustig; sie pflegen bloß Wasser zu trinken, welches in den höchsten Gebirgen häufig und gut vorhanden ist. Sie essen seltener Roggenbrod, als Buchwaizengrühc, welche sie, wenn sie dick geworden ist, mit Butter »nd Speck fett machen, salzen und etwas Milch hinzu thun. Diese Buchwaizen- oder Haidegrütze wird hier, wie auch in Österreich und Ungarn, Sterz genannt. Außer der Buchwaizengrühc macht man auch Brei und Grütze von anderen Getraidearten. Der Sauer­kohl wird hier Kislekapuz genannt. Die Rüben werden hier ebenfalls sauer genossen, doch schält und trocknet man dieselben auch, und hebt sie ein ganzes Jahr auf. Man ißt sie zu Ostern, und nennt sie dann Ale- luga. Fleisch ißt man wenig, und Branntwein wird selten getrunken. Da die südlichen und östlichen Nachbarn Wein baue», können selbst die weniger bemittelten Krainer sich denselben verschaffen.

Wohnungen.

Wie bei den slavischen Völkern seit alter Zeit her, sind auch »och jetzt bei den Krainern die Wohnungen, mit seltenen Ausnahmen, aus Holz er­baut, und eigentlich nicht Häuser, sondern paffender Hütten zu nennen. Nur in den Dörfern der ebeneren Gegend sieht man einige steinerne Häuser. Im Gebirge bestehen die elenden, zerstreuten Hütte», welcbeHisha heißen,