Bewohner Europas. Die Kraincr, Krainzi. 893

ist sehr lang und um den Hals herum ausgenähet, hat aber keinen Kragen, und wird vorn zugemacht. Ihre Weste, deren sie sich aber nur im Winter zu bediene» Pflegen, ist fast immer von rother Farbe, und mit kleinen, metallenen Knöpfen beseht. Der braune Überrock hat weder Knöpfe noch Taschen, und wird vorn mit Haften zugemacht. Das Unterfutter desselben pflegt gewöhnlich roth zu sein. Die schwarzen Hosen sind kurz, und daS Zeug, woraus sie gemacht sind, ist halb aus Wolle, halb leinen. Sie ma­che» es selbst, und nennen es Meslanka, während es von den Italien, Mezzalana genannt wird. Die Beinkleider sind so kurz, daß sie kaum den Hintern bedecken. So ist ihnen ein Hosenträger (Hlazhar) sehr nö­thig; auch haben sie um den Leib eine baumwollene Binde, welche Pas heißt. Im Winter ziehen sie Strümpfe aus weißer Wolle an, welche die Weiber stricken, und die durch sehr weite Maschen sich auszeichnen, und Schafs­pelze. Stiefeln werden von den Männern während des ganzen Jahres getragen. Um die an den Rocken fehlenden Taschen zu ersetzen, tragen die Männer lederne Ranzen oder Tornister, welche an einem ledernen Rie­men über die Schultern hängen. Mäntel sind nicht im Gebrauche, und das WortMantelträger" ist bei ihnen mit dem WorteLandstreicher" gleichbedeutend. Die Hirten auf den Bergen haben Holzschuhe, weil sich die ledernen Sohlen auf dem rauhen, felsigen Boden leicht abnutzen würden.

Der weiblichen einfachen Tracht fehlt es nicht an Zierlichkeit. Sowohl Frauen als Mägdchen tragen das Haar in zwei Zöpfe geflochten. Bei den Mägdchen hängen die Zöpfe zuweilen herab, und sind nur mit einem rothe» Bande befestigt, häufiger aber werden sie auf dem Kopfe um einen metal­lenen Ring befestigt, und vorn durch ein schwarzes sammetnes Band her- untergehalten. Dieses Band steht sehr gut, und es wird die weiße Gesichts­farbe dadurch gehoben. In manchen Gegenden ist dieß Band vier bis fünf Finger breit, und rückwärts mit Flittergold verziert. Nur die Unver- heiratheten bedienen sich dieser Verzierung, und setzen keine Haube darüber auf: die Verheiratheten haben eine Haube aus feiner Lcinewand, welche mit feinen Spitzen besetzt ist, und wodurch die Haare ganz bedeckt sind. Ein mit Stickereien verziertes, oder ein aus Gvldstoff bestehendes Band hält diese» Kopfputz auf dem Haupte fest. Die Frauen pflegen über ihre unge- schmückten Hauben noch ein weißes Kopftuch (Pezhe) zu binden, was bei schlechtem Wetter, oder um sich gegen die Sonnenhitze zu schützen, auch die Mägdchen zu thun pflegen. Die langen Hemden des weiblichen Ge­schlechtes haben keine Ärmel. Die Hemden aus Leinewand heißen Hinter st,