welcher von dunkler Farbe »st, besteht zuweilen aus schwarzem Halbtuche, und bildet mit dem Leibchen Ein Stück. Die Schürze ist zuweilen mit einem zwei Finger breiten Bande umsäumt, und der mit weißen oder gelben Metallstiften gezierte lederne Gürtel, von welchem ein Messer herabhängt, wird mit silbernen oder versilberten Haken zugemacht. Die rothen wollenen Strümpfe sind unten am Fuße in viele Falten gelegt, und im Winter werden über dieselben Schuhe, seltener Halbstiefeln getragen. Sowohl die Schuhe als die Stiefel haben niedrige Absätze. Im Sommer trifft man es häufig, daß die Frauenzimmer barfuß gehen. Im Winter haben sie bei großer Kälte über der angeführten Kleidung ein schwarzes Oberkleid, Su kn a genannt, welches rothes Unterfutter und einen rothen Saum hat. Im Sommer sind die Frauen ganz in weiße Leinewand gekleidet; denn es be­stehen aus diesem Stoffe das Unterhemd, das Oberhemd, das Kopftuch und die Schürze.

Diese Tracht hat sich seit Jahrhunderten immer gleich erhalten.

Die Sprache der Krainer ist, wie es sich von einem so wenig gebil­deten und abgesonderten Völkchen erwarten läßt, arm, mit lateinischen und italischen Wörtern gemischt, weil sie sowohl mit Deutschen als Jtaliern benachbart wohnen.

Aberglaube ist hier noch sehr verbreitet, und der katholische Glaube so fest gewurzelt, daß man z. B. auf Evangelische, wenn anders man sie als solche erkennt, mit Fingern zeigt, und die Worte: Evangelischer und Heide, diesen unwissenden Leuten gleichbedeutend sind. Zu ihren Heiligen haben sie ein unbegränztes Vertrauen, und im Jahre 1774 mußte die Stadt Lai­bach deßhalb über aoo Häuser verlieren, weil das abergläubige Volk es für »»nöthig hielt, das Fortschreiten des ausgebrochenen Feuers zu verhin­dern, und sich damit begnügte, St. Florian zu bitten, die Feuersbrunst zu hemmen. Da Niemand löschte, wurden nicht nur die vielen Häuser ein Raub der Flammen, sondern auch die Kirche St. Florians verbrannte, ohne daß der Heilige ihr zu Hilfe kam; dessenungeachtet erlitt das Zutrauen zn St. Florian keine Verminderung.

304 Bewohner Europa s. Die Krainer, Krainzi.

die aus Wolle Koschula. Über diesem Unterhemde trägt man ein Ober­hemde, das nur bis auf den Bauch reicht, wcite Ärmel und Handkrausen von groben Spitzen hat, und über der Brust in viele Falten gelegt ist. Dieses Hemd wird um den Hals mit einem Knopfe, über der Brust mit einer Heftnadel zugemacht. Das Leibchen oder Mieder, welches vorne zu­geschnürt wird, hat einen Saum von einer abstechenden Farbe. Der Rock,