85
sich zu Hause keine Beschäftigung für sie findet, so müssen sie mit einem Handwerköneger, d. h. einem Zimmermann, Maurer u. dgl. auf die Arbeit gehen, damit sie nicht beständig auf den Straßen herum wildern. Ein solcher Handwerköneger hat oft mehrere solcher Knäbchen bei sich, da er sich dann auch, wiewohl selbst Sklave, sehr stolz sein Handwerkszeug von ihnen nachtragen und sich bedienen läßt, wobei er sie oft hart und unverständig züchtigt. Durch solche unverständige Behandlung wird ein Kind, daS sonst eine offene und aufrichtige Art hat, leicht sehr versteckt, lügenhaft und gottlos. — Da man jetzt mehr als früher den Werth der Schulen für die Negerkinder anerkennt, wird hoffentlich manches Kind in Zukunft eine bessere Richtung nehmen.
Ein rechter Spaß entstand letzthin, als ein nordamerikanischeS Schiff Eis brachte, und daö Pfund zu einem halben Gulden verkaufte. Man hatte in Surinam noch kein Eis gesehen. Was schmutzig war, warf man auf die Straße. Da kamen die Negerkinder haufenweise gelaufen, nahmen daS Wunderding in die Hand, und ließen eS ehe man drei zählen konnte, wieder fallen, alö ob eö Feuer wäre. Andere riefen: Bakra kondec watra kaura! Das Wasser auö dem Lande der Blanken ist kalt!
An Fähigkeiten zum Lernen und an Geschick zur Handarbeit fehlt es bei den Negerkindern keineswegs; der Sporn aber, den ein europäisches Kind hat, feine Gaben für fein künftiges besseres

