115
in einem Ruderboot nach Altona abholen, und erwartete uns mit einem schönen Wagen am Strand.
Als ich nun mit meinen sieben Kindern glücklich auf dem Trocknen stand, wäre ich am liebsten gleich mit ihnen auf die Kniee gefallen, unserm treuen Hüter, der über unS Flügel gebreitet, und unS auS aller Angst genesen lassen, den tiefgefühlten Dank zu sagen. Bei Prediger SeifartS, wurden wir mit herzlicher Liebe aufgenommen. Aber — sollte man eS denken? — die Kinder waren so anhänglich an unser Schiff und dessen Bewohner geworden, daß sie jetzt bitterlich weinten, dasselbe verlassen zu haben. Da unS aber von Pastor Seifart und seinen lieben Kindern unser Aufenthalt bei ihnen so angenehm als möglich gemacht wurde, so gefiel eö ihnen auch hier bald. In Hamburg, wohin sie eines Tages geführt wurden, konnten sie sich nicht satt sehen, an allen den ihnen so neuen und merkwürdigen Sachen.
Bis zum 6. Mai blieben wir hier, worauf wir in dem, uns von Vater Hamel besorgten hollsteinischen Wagen, unsere Landreise antraten. Leider hatten wir die drei ersten Tage kaltes Regenwctter; und da der Wagen nur eine leinene Decke hatte, so drang die Nässe so durch, daß ich Mittags und Abends in den Gasthöfen genug zu thun hatte, den Kindern ihre Kleider wieder zu trocknen. Sie erkälteten sich auch alle, und bekamen,
8 *

