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Bei diesem schmerzlichen Verlust hätte mein Herz zerreißen mögen. Jetzt verstand ich erst, waS sie mit der baldigen End- schaft der Reise gemeint hatte. Ihre Treue im Beruf, ihre un- ermüdete Sorge für unsre Kinder, selbst in den letzten Tagen; so mancherlei Freude und Leid, die wir mit einander in Westindien während sechs Jahren zusammen erfahren hatten, stellten sich nun mit einander vor meinen betrübten Geist. Nur Er, der die Traurigen weiß zu trösten, und die Verwundeten zu verbinden, konnte mich in dieser schmerzlichen Lage bei Muth und Glauben erhalten. Ich mußte meinen Kummerthränen freien Lauf lassen.
Der Kapitän gerieth in Erstaunen, als wir ihm das unerwartet schnelle Hinscheiden der Seligen anzeigten. Weil schon vor ihr ein Matrose bedenklich krank geworden war, so vermuthete er, der zweite Steuermann habe ein ansteckendes Fieber auf das Schiff gebracht. Er ließ daher in großer Unruhe Alles, was Ansteckungsstoff enthalten konnte, auf das Verdeck schaffen und auslüften, auch den Schiffsraum gründlich durchräuchern. Er war gleich willig, für meine selige Frau einen Sarg machen zu lassen. Wir zogen der Leiche reine weiße Kleider an, trugen sie auf das Verdeck, und legten sie in den Sarg. Der ruhige Blick zeigte noch an der sterblichen Hülle, wie wohl ihr zu Muthe war, als der Heiland ihre Seele zu sich rief. Sie war gerade 41 Jahre alt.

