189
was wir den Negern sagen." Aber die armen Leute sind fast immer betrunken, wenn sie in die Stadt kommen. WaS sie verkaufen, verwenden sie nur auf Branntewein; und wenn sie zu Jemand in'S HauS kommen, so ist ihr erster Gruß: „Gib mir einen SchnapS! " Daö ist das Verderben aller wilden Völker, und damit haben die Europäer sie am meisten zu Grunde gerichtet. Denkt daran, ihr Kinder, wenn ihr groß werdet, und fliehet den Branntewein wie ein Gift; denn daö ist er für Alle, für die gesitteten Europäer sowohl, als für die wilden Indianer.
Nun, diese Indianer sowohl, als die auS Afrika herzuge- brachten Neger, waren Heiden, und Niemand kümmerte sich darum, ihnen statt ihres jämmerlichen Aberglaubens und Götzendienstes den wahren Gottesdienst zu bringen. Da war kein kleiner Engelhard, der gefragt hätte: Was haben denn die Leute für eine Religion? Sondern man ließ sie laufen.
Endlich im Jahre 1735 kamen von Herrnhut aus Sachsen die drei ersten Sendboten in'S Land. Bei diesen hieß eS: „Die Liebe Christi dringet unS !" Aber leider war damals mit den Sklaven noch nichts anzufangen. Die Herrschaften wollten eS nicht erlauben, daß man ihre Neger unterrichte. Denn sie dachten: Wenn man die Neger zu Christen macht, so wollen sie auch frei sein, und da verlieren wir alle unsere Sklaven. Ach wie lange ging eö, bis ihnen dieser Wahn benommen wurde, und

