108
gewöhnlichen Friedcnsgruß unter sie rrat. Nun sahen sie ihn selbst, fühlten den Druck seiner Hand, und lauschten seiner liebevollen, Inhalts« schweren Rede. Thomas, der bei jener Versammlung gegenwärtig war, mißtraute daher der Erzählung von dem Besuch des Herrn. »Wenn ich nicht,» so sprach er, »meine Hand in seine Seite legen, und dort sowie an den Händen die Merkmale der Wunden fühle, so glaube ich euch nimmermehr.» Doch auch Thomas wurde eines bessern belehrt. Als Jesus am andern Abend wieder unter ihnen erschien, wandte er sich zu Thomas, zeigte die kaum verharschten Wunden, und sagte: »weil du nun siehest, so glaubest du; selig sind aber die, die nicht sehen und doch glauben. «Noch manche Stunde entschwand den Jüngern im segensreichen Umgänge mit dem geliebten Meister, und immer fester wurde das Band, welches sie mit demselben vereinte. Daß es den Aposteln aber nicht mehr lange gegönnt war unter der Obhut des besorgten Lehrers zu wandeln, daß sie als sclbstständige Männer, ja als Glaubenshelden sich bewährten, dies werdet ihr am ^immelfahrts- und Pfingstfeste erkennen.»
Wir hatten unterdessen sowohl das, für das Christusbild bestimmte Blumengewinde, als auch ein zweites vollendet, womit wir nun jubelnd dem Pastor bekränzten. Er hob dasselbe, wie er
I

