184

Ich kann ihn auch nennen, es ist der H e r r des Gebirges, wie wir zu sagen pflegen, sprach der Begleiter des Handelsmannes.

Also ein Edelmann, vielleicht ein Buschklepper und Schnapp- Hahn? So erzählt doch, warum thut Ihr denn so ängstlich? redete Rondschcwalc dem Bürger aus Hirschberg zu.

Der Wald lichtete sich jetzt, die Wolken zertheilten sich, in geringer Entfernung lag Hirschbcrg vor den Wanderern, von der untergehenden Sonne malerisch beleuchtet. Es war, als fühle sich der Bote jetzt freier, er ruhte auf einem abgesägten Baumklotz, trocknete sich den Schweiß von der Stirne, und begann folgende Er­zählung:

Es mag vielleicht fünfzig Jahre her seyn, denn zu meiner Groß­mutter Lebzeiten ist es geschehen, daß einer Eurer Land-leute in das Gebirge kam, Gold zu suchen. Er war schon einen ganzen Tag ge­gangen, Berg auf, Berg ab gestiegen, hatte manchen Stein zer­klopft, und da und dort seine Wünschelruthe probirt, aber niemals hatte sie auf verborgenes Metajs angeschlagen, da sieht er von ohn» gcfähr auf einer hohen Fclsklippe einen Mann sitzen, der ämsiglich mit Schlägel und Feustel auf das Gestein los arbeitet, das die Stücke umherfliegen, zugleich erblickt er einen wunderbaren Goldschimmec und ehe er sichs versieht, fliegt ein abgeschlagenes Stück bis hin zu ihm, er hebt es auf, es ist gediegenes Gold.

Warte, denkt er, mit Dir will ich theilen! Er verbirgt sich hinter einen Busch, und hat noch nicht lange gelauert, als der Mann da droben Schicht macht, seine Geräthschaften zusammenpackt, das Gestein in ein Tüchlcin bindet, und seinen Sitz verlaßt, nach-