stände immer schlechter, ja endlich ganz zerrüttet wurden, lieh ihr ihre Kammerfrau Katharina alles Geld, da- si» in ihrem Dienst erspart halte. Die Frau glaubte, si» sinnt »S ihr wieder geben; dieß war aber Nicht möglich, und sie hatte oft so wenig, daß sie nicht wußt«, wovon sie leben sollte. Da sing sogar Katharina an, für si» um Lohn zu arbeiten, kaum nahm si« sich Zeit zu es-
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»Ntgegneke ziemlich kalt Frau v. Osy, und ich verpflicht» dich nicht dazu. Sei ungehorsam, wenn du willst."
„Ach, liebe Mutter, Sie wissen wohl, daß da» nicht in meiner Gewalt steht wenn ich sehe, daß Sie plötzlich ein so finstere» Gesicht machen. Ich habe mich nicht verbindlich gemacht, großmüthig zu sein; ich konnte es nur nicht über mich gewinnen, dir zu verbergen, daß du mir Sorge machtest. Hierauf legte sich Margaretha alSbald in» Bett; denn sie sah wohl ein, daß ihr« Mutter von Großmuih gesprochen habe, w-il sie es gern höre; sie wußt« aber auch, daß eine wahrhaft großmüthige Person nie die Güte und Gefälligkeit derer, dir si» lieben, mißbrauchen soll.
Jedoch wußte sie e» noch nicht ganz. Als sie eine» Tage» ärgerlich wurde, weil eine von ihren Freundinnen sie gebeten hakt«, eine Stickerei, die ihr zuwis der war und lange Weile verursachte, machen zu helfen äußerte sie, daß sie ihr sagen wolle, sie möchte künftig die Güte haben, ihre Arbeit nur selbst zu thun. „Thu» da» nicht, sagt« ihre Mutter; und wenn du fertig bist, so mußt du ihr auch die lange Weile, die du dabei gehabt hast, verbergen."
„So! warum denn daS?"
„Ich will dir, mein Kind, «in» Geschichte «»zählen. Ich habe eine Frau gekannt, welche reich gewesen, und bald arm geworden war. AI» ihr« Vermögen »um-

