fing si» di» Stickerei für ihre Freundin an, und arbeitete mir so vieler Lieb» und Beharrtichkeil d.iß sie schon an» Abend beendigt war. Sie überbrachte sie ihrer Freundin mit der Aeußerung, daß ihr die Arbeit viele Freud« gemacht habe, und erndlete dafür mehr Dank als sie erwartet haue. Bei allen ihren Handlungen nahm sie sich künftig Katharina zum Muster, und wurde wirklich ein sehr tugendhaftes Mädchen.
Die dankbare Tochter.
Mari« hätte verzweifeln mögen, weil ihr« Mutter wollte, sie sollte noch eine Seile schreiben, da die erste schlecht ausgefallen war. Sie weinte beinahe eine halbe Stunde lang, in welcher Zeit sie die Seite langst halle geschrieben haben können; denn obgleich sie schon neun Jahre alt war und viele gute Eigenschatfen besaß, so war sie doch nicht immer vernünftig und konnte in einer Anwandlung von Eigensinn und Zorn die besten Vorsätze vergesten.
„Liebe Tochter," sagte endlich Frau König, welche während der Zeit ruhig fortarbeitele, „weil dieß einmal nicht anders sein kann, so rathe ich dir, vernünftig zu sein."
„DaS kann nicht anders sein? sagte Marie ärgerlich, warum ist «S denn so nvlhwendig, daß ich noch eine Seile schreibe?"
„Weil ich. es will."
53 m
„Und warum wollen Sie er?" „Weil eS sein muß."

