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Der arme Joseph.
Fortsetzung von Seite roo.
Welch' «in angenehmes Leben haben diejenigen, «eiche sich mit Künsten beschäftigen! Sie besitzen daS, was gewöhnlich sogar den Glücklichen auf dieser Welt fehlt, eine eigenthümliche Manier zu unterhalten und die Zeit zu vertreiben, und eine Gleichgültigkeit gegen alle Ereigniffe, di« nicht gerade auf ihre Kunst Bezug haben. Der Künstler sieht gern, daß man ruhig in bar Stadt lebt, die er bewohnt; daS ist Alles, was er will; kaum weiß er den Namen der Minister in dem Orte; er erfährt am letzten, was geschieht; den ganzen Tag mit der Kunst, die er treibt, beschäftigt, ist das Atelier seine Well ; »nd am Abend, in der Gesellschaft von Freunden, ebenfalls Künstler, wie er, unterhalt er sich noch von seiner Kunst. Diese Gesellschaften sind fröhlich, Witz und Satyre fehlen nicht, und Karrikaturen werden in Menge gemacht. Einig« liebenswürdige Frauen, Gelehrt«, ausgezeichnete Musiker, Dichter, nehmen Theil an diesen schönen Gesellschaften; jedes beschäftigt sich mit dem, waS ihm gefällt; und wenn manchmal die Fröhlichkeit zu laut und der Witz zu frei wird, so findet man doch immer Geist darin.
Wenn aber die Künstler glücklich sind, so sind es deren Zöglinge noch viel mehr. Die Ersteren sind nicht mehr in dem Alter, wo man noch viele Fortschritte machen kann, sie fühlen wohl, was ihrem Talent fehlt, und blicken oft, wenn man es gestehen darf, mit Eifersucht auf ihre Milbrüder. Die letzteren dagegen machen sich große Hoffnungen, und der Wetteifer ist für sie nur eine Anfeuerung, ohn« in Nrid auszuarten. Der junge

