nur still, wenn dir Frau wüßte, daß ihr Sehn dich ge» schlagen hat-, so würde «S ihr sehr leid thun. Suche nur immer gut mit ihm auszukommen, denn die Bosheit ist, wie du siehst, einmal bei ihm eingewurzelt. Und fle hatte durch mehrere ähnliche Aeußerungen bewirkt, daß Viktorie (so hieß nämlich ihr» Tochter) sich Alle» von dem kleinen Knaben gefallen ließ. Wag denkst du nun von die» ser Geschichte, meine Tochter?
„Ach, liebe Mutter, ich möchte wohl die gute Ka, tharine und Viktorie kennen lernen!" antwortete Marga» retha. Wahrend sie so sprachen, trat eine reinlich geklei» bete Frau mit einnehmenden und sanften GesichtSzügen in- Zimmer. Mit ihr kam ein junge« schöne- Mädchen von ungefähr 14 Zähren. „Wie? Sind Sie eS, Kathari» ne?" rief Frau v. Osy. AlS Margareiha diesen Namen hörte, sprang sie auf, und blickte ihre Mutter an, w-lche ihr ein Zeichen gab, daß sie sich nicht täusche. Sie getraute sich kein Wort zu sprechen, sondern sah nur auf Kalharinen, wurde roth und hörbar schlug ihr Herz.
„Sie sind also in Pari-?" sagte Frau v. Osy zu Kalharinen, indem sie ihr «inen Stuhl bot. „Ihre Angelegenheiten sind also im Reinen?"
„Meine Gebieterin ist wieder im Besitz ihres kleinen Gutes, antwortete Kaiharine; wir sind da gut eingerichtet, die Geschäfte gehen Gott sei Dank, bester, und wir können den Karl in ein Institut schicken."
„Ist er noch immer so böse, Viktorie?" fragt» Frau v. Osy das kleine Mädchen/ und Sie noch immer so geduldig?"
O, gnädige Frau, sagte Viktorie, Karl ist nie böse gewesen. Man muß wohl Unarten »er Kinder ertragen können. — Nachdem sie einige Zeit lang gesprochen hatten sing Kaiharine an: Zch muß nun wieder gehen, die gnädig»
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