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Fron von Richard und ihrer Tochter Cäcilie die Nachricht, daß die Pferde bereits angespannt waren und sie ihre Reise fortsetzen können. Sie waren von Paris mit der Post gekommen, und wolltenauf ihre Euter welche Meilen von Paris entfernt lagen, reisen, wohin sie wegen sehr dringender Angelegenheiten gerufen wurden. Sie setzten ihre Reise bis zur zehnten Stunde fort, und wollten, nachdem sie einige Stunden Ruhe genossen hatten, sich wieder auf den Weg begeben. Frau von Richard rief ihr« Tochter; Cäcilie, ganz schläfrig, öffnet die Augen halb, stoßt einen großen Seufzer auS und ließ ihren Kopf wieder aufs Krssen fallen. Ihre Mutter mußte sie noch einmal rufen und sogar zum brittenmal. Endlich erwachte sie und sagte:Ach, mein Eoll! eS ist doch unange. nehm, in dieser Jahreszeit um 5 Uhr aufzustehen." Sie halle gerne gesagt, wenn sie «S gewagt hätte:Mein Gott! das ist unglücklich!^ denn mit einem, obgleich un­bedeutenden Leiden geplagt, pflegte sie das Wort u n» glücklich sehr häufig zu gebrauchen. Wenn man von Kummer und Leiden, welche das Leben verbittern, sprach, pflegte sie zu sagen:Ihr wißt nicht, was ich auSzu- stehen habe."

Ausser dieser Weichlichkeit bezeichneten noch ihren Charakter Freigebigkeit, eine lebhafte Einbildungskraft und ziemlich viel Eigenliebe; für ihre guten und wüthigen Handlungen war sie besonders eingenommen und sagte manchmal, daß sie gerne alles, was sie besäße, hingeben würde, wenn sie Gelegenheit hätte, eine Heldin zu werden!

Frau v. Richard hall« ihre Kammerfrau nicht mit­nehmen können, weil diese bei der Abreise krank war; dieß machte freilich bei der jedesmaligen Ankunft und Ab­reise in Easthösen sehr viel Unangenehmes und Langw-i» Uges, weil sie nun jede Kleinigkeit selbst besorgen mußten»