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Zögling strebt sich vor seinen Kameraden hervorzuthun, liebt sie aber alle; er ermuthigt die weniger geschicklen, bewundert ihre Arbeilen, und schließt fast mitten unter
seinen mühsamen Studien innige Freundschaften, die sein
Leben verschönern. Wom Glücke im Allgemeinen wenig
begünstigt, ertragen die Zöglinge doch mit aller Ergebung die Entbehrungen, oder vielmehr ihr Temperament verhindert sie, dieselben zu fühlen. Sie streben nur nach dem erwünschten Ziele und lassen sich keine Zeit, an die kleinen Leidenschaften zu denken, denen so oft die jungen Leute nachhangen. Der hat keine Freude am Putzlische, der sein Leben in einer Maler-Äerkstätte zubringt.
Franz und Joseph, zusammen in dem Atelier einer berühmten Malers, konnten ganz nach ihrem Willen ihre Zeit zubringen. Joseph fühlte ganz bar Glück einer so unabhängigen Lage, das zu erreichen er nie geglaubt halte; er war jetzt nicht mehr der arme Knabe, wie er von einer guten Frau inS Haus aufgenommen wurde, sondern ein schöner junger Mensch, das Glück und die Hoffnung des Herrn Giurjni, und was noch viel mehr ist, ein guter junger Mensch; immer einfach und bescheiden, schätzte er sich glücklich geliebt zu sein und verdoppelte die Sorgfalt für seine ersten Beschützer. Der gut« Gadri verwendete einen Theil der Summe, die für daß L'hrgeld bestimmt war, dazu, in dem Hause der Frau Robert ein Zimmer zu miethen, in welchem Joseph für sich bequem arbeiten konnte. Er stand früh auf und zeichnete Alles, was ihm in den Kopf kam, oder ko- pirte Zeichnungen, die er von seinem Lehrer erhallen halle. Nach einem kurzen Frühstück ging er in das Atelier, arbeitete bis gegen Abend, kam dann fröhlich zurück, und unterhielt sich mit seinem lieben Franz über ihre Unternehmungen und Hoffnungen. Joseph wurde von Herrn

