Haus verlassen hatte; jedoch leider wurde sie bald wieder auf schmerzliche Weise daran erinnert.
Helene Frohberg hatte, nebst vielen ausgesuchten Geschenken, auch ein Buch bekommen, das unterhaltende Erzählungen enthielt und mit schönen Bildern verziert war. Hulda, die viel Gefallen daran fand, bat, nachdem sie dasselbe durchblättert hatte, ihr jenes bei Gelegenheit zu leihen.
„Du kannst es gleich mitnehmen," erwiederte die gefällige Gespielin, „laß mich nur vorher die Mutter um Erlaubniß bitten, ohne deren Willen darf ich nichts weggeben," mit diesen Worten eilte Helene ins Nebenzimmer. „O Find, ich warne dich, diesem unordentlichen Mädchen Etwas anzuvertrauen," sagte ihre Tante, welche zugegen war; „meine Emilie lieh ihr auch vor einiger Zeit ein theures Strickmuster, daS selbst nicht ihr Eigenthum war. Nach mehrmaliger Erinnerung von Seite meiner Tochter erfolgte endlich die Zurückgabe; doch ach, in welchem Zustande sahen wir es wieder! — Die Farben der Blumen waren vor Schmutz kaum mehr zu erkennen, und auf dem äußern weißen Rande befanden sich überall Risse und Flecken; kurz, ich mußte ins Mittel treten, und der Besitzerin des Tupfes den Schaden er-
30

