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2. Des Bübchens Wappen.
Es war Samstag, gegen Mittag. Der Doktor saß am Bette der Mutter und plauderte mit ihr. Das Bübchen spielte am Fenster mit seinen Soldaten, still, ganz still, denn vor dem Doktor hatte er gewaltigen Respekt. Der hatte so große durchdringende Augen, gerade wie der alte Fritz im Bilderbuch, und das Bübchen traute ihm überhaupt nicht, denn der Doktor konnte hexen. Erst in der vorigen Woche, noch ehe der Storch das Schwesterchen brachte, hatte er, als er auf Besuch da war, ein Räucherkerzchen angezündet, wie die Mutter das im Winter auch manchmal that. Aus der Mutter ihren Kerzchen war dann immer nur ein wunderschöner Geruch herausgekommen, aus dem Doktor seinem kam aber eine große, lange gefleckte Schlange heraus, dreißigmal so groß und so dick, als sie in dem Dinge hätte Platz haben können. Seit dem Tage wußte das Bübchen es ganz gewiß, daß der Dokter ein Zauberer war! — Die Thüre ging leise aus, und Anna war im Begriff einzutreten; als sie aber den Doktor sah, wollte sie sich wieder zurückziehen. Da rief die Mutter: „Bringst Du die Bilder, dann gieb!" — „Ja, gnädige Frau, vorläufig drei Stück," sagte das freundliche Mädchen, trat an das Bett und überreichte ihrer Herrin das Päckchen. Bei den ersten Worten schon war das Bübchen aufgesprungen und trotz dem Doktor dicht herangekommen, denn er war gar zu neugierig, wie er sich im Bilde ausnehmen würde. — Als die Mutter das Papier öffnete und einen flüchtigen Blick auf den Inhalt geworfen

