hatte, rief sie rasch: „Ganz vortrefflich!" Gleich darauf ging aber ein ganz eigener Zug über ihr Gesicht, und sie sagte mit strafendem Blick zum Bübchen: „O weh, da ist Dein Wappen auf dem Bilde!" Das Bübchen ward blutroth und steckte den Kopf tief hinein, sobald er einen Blick auf das Bild geworfen hatte, das ihm die Mutter entgegenhielt, während sie mit dem Finger eine Stelle desselben bezeichnete.
„Und was ist denn das Wappen meines kleinen Freundes?" sagte der Doktor und guckte das Bübchen mit seinen großen Augen durchdringend an. Ach, das Bübchen wußte das nur zu gut, denn es war der Ausdruck, den sein Mütterchen alle Tage anwandte, wenn seine Unordnung zum Vorschein kam! Ja, es muß heraus, unser Bübchen war sehr, sehr unordentlich! Alles, was er benützte, Spielzeug, Hefte, Bücher, ließ er umherliegen, statt nach dem Gebrauche aufzuräumen, davon bekam Alles Flecke und Kniffe; mit seinen Kleidern ging es ganz eben so, während er sie am Leibe hatte, die Mütze legte er aufs Butterbrot, seine Taschentücher verlor er, seine Schnürstiefelchen gingen immer auf, an all' seinen Sachen waren häßliche Flecke und Risse, kurz, überall war des Bübchens Wappen zu finden.
Das schöne Bild, das überall deutlich und gut ausgefallen war, zeigte nun folgendes Wappen: Unser Bübchen verlor unter Anderem sehr oft seine Strumpfbänder, weil er sie nachlässig zuhakte. Neulich, an dem Tage wo er photographirt wurde, war ihm das wieder mit dem einen derselben passirt. Da er schon längst groß genug war, um sich Strümpfe und Schuhe und auch die Höschen allein anzuziehen, so hatte Anna, die
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