Casimir Automedon hatte sich wieder aufgeschwungen, und jagte durch die Straßen der Stadt, daß die Funken stoben.
„Es ist Schade," dachte Fritz, „daß die junge Base nicht größer und hübscher ist, es wäre interessant und ehrenvoll, solch eine Gefährtin zu haben; indeß man muß schon zufrieden sein, sie ist doch so übel nicht!"
„Ein schöner, stattlicher Zunge, der Fritz," dachte Dorothea, „wenn er nur nicht so eingebildet wäre! Indeß das thut mir ja nichts, ich will schon mit ihm fertig werden."
Zweites Sapttel.
Endlich bog das Wägelchen um die letzte Ecke, und lenkte auf einen großen Platz, wo es vor einem stattlichen Hause still hielt. Dorothea klopfte das Herz gewaltig, und ihre blassen Wangen wurden von einer hellen Nöthe übergössen. Fritz war freudig aufgestanden, öffnete den Schlag, und wollte leicht hinabspringen und den Onkel begrüßen, — denn dieser zeigte sich in der Vorhalle, der Thüre zuschreitend, — Dorothea hatte kaum die Zeit eines Pulsschlags, zu bemerken, daß der gelehrte Onkel Hofrath ein Mann mit einer Brille, von mittler, untersetzter Statur war, dessen ergrauende Haare sich bereits weit aus seinem Gesichte zurückzogen, welches eine fast gleiche Farbe und ernste Züge trug — da sah sie, wie ihr Gefährte mit seinem Kleide an der Spitze eines Nagelkopfö an der Wagenthüre hängen blieb und, dadurch aus dem Gleichgewichte gebracht, tüchtig auf die Erde fiel.
Erschrocken und eilfertig sprang sie hinaus, ihm aufzuhelfen, und traf in dieser löblichen Absicht mit dem Onkel zusammen, der, indem er den jungen, verdutzten Neffen auf die Füße stellte, lachend rief; „Dei, avertite omen! Du hast Dich doch nicht beschädigt, Friß?"
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