ist in einer Viertelstunde gemacht, deshalb rathe ich Dir, Molly, beruhige Dich!"
Es schien, nach der Aufgeregtheit im Antlitz der Dame zu urtheilen, nicht, als wenn sie den wohlgemeinten Rath ihres Gatten nach ihrem Geschmacke fände, doch schwieg sie und zog sich in ihre Gemächer zurück, SDlit großer Mühe brachten die beiden Stützen indeß den hinkenden Fritz bis ins zweite Stockwerk hinauf in sein Zimmer! er ward hier auf ein Sopha hingestreckt und vom Onkel untersucht. „Der Knöchel ist sehr geschwollen," sagte dieser, „ich will gleich den Wundarzt holen. Indeß,'liebe Kinder, thut mirs leid, daß Ihr hier gleichsam ungastlich und unfreundlich empfangen werdet. Ich hatte mir gedacht, dieser erste Abend unter meinem Dache sollte es Euch gleich hier recht traulich und heimathlich erscheinen lassen, und wir wollten uns denselben durch Familiengespräche erhellen; doch der Mensch denkt, Gott lenkt. Gestern besuchte mich einer meiner früheren Zuhörer, ein Prinz von Trochtel- fingen - Rhönstein, der mir immer viel Anhänglichkeit gezeigt und zuweilen an meinem Tische vorlieb genommen hat. Dieser reist schon morgen wieder ab, und es ging deshalb nicht gut anders, als daß ich mir die Ehre von diesem Herrn ausbat, hier diesen Abend zu essen; einige meiner Bekannten sind dazu geladen. Nun ist meine Frau, die lange keine solche Gäste gehabt hat, sehr mit den Vorbereitungen zu diesem Mahle beschäftigt und, weil sie gern Alles recht gut machen will, ganz davon hingenommen. Stoßt Euch nicht daran, meine lieben Kinder, sie meint es dennoch gut mit Euch! — Ihr seid doch mit einander Freunde, was?" „Ja, das sind wir," versicherten Beide, und der Onkel eilte fort. „Gesteh selbst, Thea," sagte der junge Friedrich seufzend, „daß ein wahrhaft Hohenstaufischer Unstern mir scheint. Ich könnte mit einem Prinzen zu Abend essen, einige berühmte Männer an meiner Seite sehen, und muß nun hier liegen, gefesselt und geschwollen!..."

