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„Ach/' flüsterte Dorothea, „ich will mich freuen, wenn ich bei Dir bleiben darf, ich sehne mich gar nicht nach den fremden, vornehmen Herren. Doch das werde ich sicherlich dürfen, denn was sollte ich kleines Ding im Reisekleide an solch einer glänzenden Tafel!"
Casiinir erschien hier an der Thür, und entbot daS Manisellchen zur Iran Hofräthin.
„Eile Dich, Kind," rief diese ihr entgegen, „Packe Deine Sachen aus und ziehe Dich an! Denn Du sollst diesen Abend mit an der Tafel essen."
„Dürfte ich nicht," schlug Dorothea vor, „bei dem kranken Vetter bleiben, und ihm Gesellschaft leisten?"
„Das ist nicht nöthig," entschied die Tante, „man kann den Jungen, wenn er ein wenig unwohl ist, und noch dazu in einer so ausgesucht unpassenden Zeit, nicht so verwöhnen, daß er immer eine dame de Compagnie zu seiner Verfügung hat. Und nöthig ist es, daß Du mit bei Tische bist. Ich sitze oben an der Tafel, Du unten. Ich Pflege stets auf Alles zu achten, was meine Gäste nöthig haben — denn wer könnte sich auf die Domestiken verlassen! —- Dasselbe mußt Du unten an der Tafel thun, und zugleich meine Winke unbeachtet ausführen .. „Aber," warf Thea schüchtern ein, „ich..."
Die Tante aber schnitt jede Einrede ab, und rief' „Ich, die Hausfrau, kann nicht aufstehen und vom Tische laufen, Du aber kannst das leicht, Du kannst den Dienstboten meine Anordnungen überbringen. Jetzt besinne Dich nicht lange, die Zeit drängt! Du siehst, ich bin ganz fertig; was hast Du mitgebracht, was kannst Du anziehen?"
„Ein weißes Kleid müßte erst geplättet werden, das geht also nicht," sagte Dorothea, sich mit Kraftanstrengung und Muth in das Unvermeidliche fügend, „mein schwarzseidenes ConfirmationSkleid ginge vielleicht."
„Wo denkst Du hin," rief die Tante, „das sähe ja aus wie Trauer! Hast Du nichts Anderes?"

