doch gleich diese Pause benutzen und unsre Privatstudien anfangen. Für alle übrigen Sachen habe ich schon gesorgt, auch die Stunden herausgebracht. Englisch und Französisch könnt Ihr zusammen haben, Kinder, nur für die zeichnenden Künste habe ich noch keine Meister gesucht; denn mir ist eingefallen, Molly, daß Du Dein hübsches Talent darin ganz vernachlässigst. Willst Du nicht Deine Pflegekinder darin unterrichten, wie Du Deiner Kinder Talente ausgebildet hast?"
Die Hofräthin machte ein langes Gesicht, Fritz ein noch längeres. Von einem Weibe zu lernen, schien ihm schon eines künftigen Mannes unwürdig, und nun gar von diesem!
Doch der Hofrath, der den Eindruck seines Vorschlags lächelnd beobachtete, fuhr fort: „Laß mich nicht glauben, liebe Frau, daß Deine Künstlergaben so tief eingeschlafen sind, daß sie gar nicht mehr zu wecken wären."
Die Tante meinte darauf, sie wolle versuchen, es einzurichten. „Welch ein unseliger Gedanke vom Onkel," ergoß sich der Unwille des ergrimmten Fritz gegen Thea, sobald er mit ihr allein war, „diese engherzige Quälerin soll plötzlich eine Künstlerin sein, und nun gar unsre Lehrerin werden!"
„Meine Lehrerin, willst Du sagen," lächelte Dorothea. „Nun, sauber zeichnet sie gewiß. Uebrigens glaube ich, unter uns gesagt, der Onkel will diese Stunde nur einrichten, um seine Frau einmal auf etwas andre Gedanken zu bringen, und sie aus der Haushaltsnoth wegzureißen."
„So, so," murmelte Fritz, „Du kannst Recht haben, Väschen; wie ich sagte, wir sollen der Anprall sein, die Opfer, auf die alle Bitterkeit des Lebens ausgegossen wird, damit die Andern Ruhe haben."
„Wir Beide," meinte Dorothea, „sehen für Opferthiere noch ganz lustig aus."
„Wenn Du die Alten studiertest, wie ich, Thea, würdest Du wissen,
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