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heute einen alten Gönner, den Gehciinrath Bellinger, wiedergesehen, und ihn auf morgen Abend eingeladen. Mache Deine Anstalten!"

Thea ward es bange ums Herz.Muß ich denn an der Tafel die Stelle der Tante vertreten?" fragte sie schüchtern;ich kann mich doch wohl unten an meinen gewöhnlichen Platz setzen?"

Behüte," rief der Hosrath lachend,Du lässest Dich von dem Großwürdenträger zu Tische führen und unterhältst ihn prächtig."

Nun in Gottes Namen," rief Thea,ich will mein Bestes thun!" lind sie that ihr Bestes, Alles entwickelte sich in ruhiger Weise. Thea richtete ein, wandte ihre Diener gut an, war zur rechten Zeit mit Allem fertig und fand, es gehe jetzt, da Josephe doch fehlte, mit der Bedienung besser als sonst.

Die eingeladenen Herren erschienen. Thea ließ sich mit bescheidener Würde von dem alten freundlichen Herrn führen, beachtete Alles wohl, und zog sich mit Ehren heraus. Die Unterhaltung war besonders be­lebt und heiter, und viele Scherzreden wurden veranlaßt durch die junge mädchenhafte Haussrgu, die in freundlich anmuthiger Art daraus einging.

Fritz nahm ihren Platz unten an der Tafel ein, und wurde von dem Professor Monzen, seinem Nachbar, in protegirender Weise als junger Hohenstaufe angeredet; indeß machte er sich eine Ehre daraus.

Als die Gesellschaft vorüber und Alles überstanden war, sah der Hofrath Thea freundlich an und sagte:Kleinigkeit, Du bist ein Kleinod! Ich habe oft gefunden, daß wir Dich zu sehr ehre», Dich Thea zu nennen, denn Thea heißt Göttin; aber wir wollen'- so vermitteln, daß Du die Thea der Kleinigkeiten bist!"

Thea der Kleinigkeiten!" rief Fritz,herrlich! Aber die Tante," dachte er,ist die Sclavin der Kleinigkeiten. Ich wollte, es gefiele ihr recht gut in Baiern! Cornelie hält sie gewiß noch lange dort."