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ist Plötzlich eine Lücke. In der zweiten Ballade kann ich nur bis: „Groß' und kleine Unterdrücker tödtlich trafst mit Schmach und Schande!" — „Die nächsten zwei Zeiten sind wie weggewischt,- ich quäle mich schon seit einer Stunde, sie wiederzufinden, sie neu zu dichten — unmöglich! Ich bin ruinirt!"
Thea, ergriffen von den Nöthen ihres Freundes, machte ihm verschiedene Vorschläge, die er aber alle als nnthunlich verwarf. Endlich rief sie: „Hast Du das Blatt seit gestern verlegt, als ich bei Dir war, und Du mir die Balladen noch einmal hersagtest?"
,,Ja, ich glaube wohl!"
„Dann weiß ich, wohin Du s gelegt hast, als Zeichen in ein großes Buch, ich glaube den Homer!"
„Sollte es möglich sein?"
Schnell waren Beide oben: Fritz öffnete den alten Sänger, schüttete ihn aus — er hatte seinen Barbarossa treu bewahrt, dieser flatterte seinem Besitzer entgegen. Jubelnd umarmte er seine kleine Retterin und trium- phirte: „Aber an Vesentios Reichstag x."
Wie zitterte Thcas Herz, als am nächsten Tage sie an des Onkels Seite im Saale dasaß, und endlich der junge Redner etwas ernst und blaß auftrat, und mit leiser und sanfter Stimme begann: „Feurig rief der alte Kaiser x." Nach und nach jedoch wuchs sein Muth und sein Feuer, bis dies am Ende in einer passenden Wehmuth erstarb. „Ei," flüsterte man rings umher, „wie hübsch der junge Mensch deklamirt! Und er hat das Gedicht selbst gemacht! Aus dem wird noch einmal etwas Rechtes!"
Der Onkel war am Abend dieses Tages heiterer und liebenswürdiger als je, zeigte Fritz seine Zufriedenheit, und begrüßte ihn als Ober-Sekun- dancr. „Fritz hat nun seine Prüfung überstanden," fügte der Onkel hinzu; „jetzt aber niußt Du auch noch eine bestehe», Thea! Ach habe

