Der kleinen Cecilie lvcir Josephe als Bonne zugeordnet, doch das Kind hing sich bald spielend und zärtlich an Thea, und schäkerte in un­befangener Fröhlichkeit mit dem großen Fritz, der eS auf seine Schultern hob und trug, es auch gern auf seinen Kopf gesetzt haben würde, wenn die Tante es ihm nicht ernstlich verboten hätte.

Es ist erstaunlich," sagte der Hofrath,welch ein mannigfaltiges Leben und Treiben jetzt im Hause ist, und wie unsre Trauer von unsrer Freude umschlungen wird; eS ist das Werk der ewig fortwachsenden Liebe, durch sie erblühen frische Blumen auS den Gräbern."

Eines schönen Sonimernachmittags ließ die Hofräthin den kleinen Adolph im Gärtche» umhertragen, und sah eifrig umher nach Wind und Wolken, Fliegen, Wespen und Btücken; Thea saß in der Laube und nähete sehr fleißig für die Kinder; sie hatte jetzt doppelt viel zu thun, und Fritz saß neben ihr und unterhielt sie sehr lebhaft von dem wun­derbaren Bau der Insektenda trat der Hofrath in den Garten, um Fritz zum Spaziergang aufzufordern. Thea blickte in die Höhe, ihr Auge folgte einer Schwalbe, die nach dem Dache des Hauses aufflog; plötzlich ward sie blaß, stand leise auf und schlüpfte unbemerkt aus dem Garten. Ihr scharfes Auge hatte in dem offnen Fenster eines Dach- kämmerchens die kleine Cecilie bemerkt, die lustig auf daS Gärtchen her­unterblickte, und deren runde Aermchen, sich kräftig aufstemmend, ihre Gestalt immer mehr vordrängten.Josephe," so dachte Thea,wird etwas von, Boden holen, hat das Kind mitgenommen, und die kleine, kecke Person, die nichts lieber thut, als klettern, hat sich da aus Fenster geivagt, und könnte ein entsetzliches Schicksal haben, ehe das Btädchen eS gewahr wird." Dieser Gedanke machte ihr Herz angstvoll pochen, doch wie erschrak sie, als ihr Josephe ganz harmlos in der Vorhalle begegnete.Josephe," rief Thea,wo hast Du Cilchen gelassen?"

Ist sie nicht im Garten?"

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