hervortretende Steinplatte, dagegen muß er angeprallt, er muß auf die entgegengesetzte Seite geschleudert sein." Siehe, da zeigte sich zwischen Fußboden und Wand ein unscheinbarer Stteif von gräulicher Farbe. Thea faßte ihn mit feinen Fingern, und zog mit aller Anstrengung ihrer Kraft den Schlüssel aus seinem Versteck hervor.
Einen Augenblick schwang sie ihn mit zitterndem Triumphe in die Luft, senkte ihn dann leise ins Schlüsselloch, drehte geräuschlos um, war mit einem Schritt am Fenster, umfaßte den Leib der kleinen Sünderin, zog sie in die Kammer hinab, hinaus zu den Füßen der Großelter».
Cilchen klatschte ihre Retterin leise und schäkernd auf die Wange und rief: „Was willst Du, Thea? Laß mich noch ein Bischen ausgucken, es ist da so hübsch, grade wie auf dem Berge bei unserm Hause in Baiern!" Doch sie verstummte, als sie die zerstörten Mienen ihrer Großeltern sah.
Die Hofräthin wollte das Kind an sich reißen, es umarmen, doch der Hofrath bemächtigte sich seiner, und hielt ein Gericht, daS er für nothwendig erachtete. Thea warf sich indeß freudig weinend in ihrer Tante Arine.
„Cilchen," sagte der Großvater ernst, „Du bist sehr unartig gewesen, Du darfst nicht allein hier hinauslaufen, darfst nicht ans Fenster klettern, wenn Dich Niemand hält!" Er nahm ihr rundes Händchen und versetzte ihr einige kräftige Schläge hinein. Das Kind sah ihn erschrocken an, und dicke Thränen fiele» auf seine rosigen Wangen. „Sieh," fuhr der strenge Richter fort, und trug daS Kind Ivieder anS Fenster, „>ve»n die gute Thea das unartige Cilchen nicht vom Fenster weggeholt hätte, so wäre sie so, pardauz, hinunter gefallen!"
Er sah um sich, seine Lehre anschaulich zu vollenden, und geivahrte auf der Erde des KindeS Puppe, die es sorglos hatte fallen lassen; er ergriff sie, ließ sie erst aus dem Fenster sehen, und sie allmählich um-
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