genug angekommen, von Jenem begrüßt und gesegnet zu werden. Trauernd kehrte er zurück, fand Trost in der herzlichen Theilnahme seiner Freundin und seiner Pflegeeltern und in verdoppeltem Fleiße.
Im dritten Jahre seiner Burschenzeit gewann Fritz den Preis in einer geschichtlichen Darstellung; er hatte dazu die letzte Zeit der Hohen- staufen, das Leben des letzten Kaisers aus diesem Hause und seines unglücklichen Sohnes Konradin gewählt. Der Hofrath zwar fand den Styl dieses Werkchens nicht historisch, doch das Feuer der Anschauung hatte Thea, hatte auch die Richter bestochen. Fritz triumphirte, sein Bruder, seine Freunde sandten Glückwünschungsschreiben; der Gedanke aus den Knabenjahre», er gehöre den Hohenstaufe» an, trat herrschend wieder hervor, er freute sich, im Publikum und unter seinen Gefährten wieder der Hohenstaufe zu heißen; mochte auch Mancher spöttelnd oder scherzend diese Benennung gebrauchen, so war Fritz doch der Kern des Gedankens zu schmeichelhaft, zudem war er sich bewußt, in seiner äußern Erscheinung diesem edlen Geschlechte keine Schande zu machen. So reifte der Gedanke i» ihm, eine Sammlung von Gedichten, die größtentheils die Thaten und Leiden der Helden jenes Hauses verherrlichten, theils ähnliche oder naheliegende Stoffe behandelten, im Drucke bekannt zu machen. Hatte koch der Onkel einzelne davon, die er ihm gelegentlich vorgelesen, gelobt, oder ganz gut gesunden! Hatte doch Thea ihn bei einigen freudig angeblickt, bei andern geweint! Hatte sie doch eins vorzüglich mit Begeisterung gepriesen: „Die Freien am Rhyn," ein Naturbild, den Aufenthalt der Colonie schildernd, die nach der Sage Friedrich Barbarossa an den Quellen des Rheins gestiftet, um seine Treuen als Wächter dieses Alpenpasses anzustellen — er hoffte, seine Freundin freudig damit zu überraschen, fand einen Verleger und brachte ihr eines Tages das zierliche Büchelchen als FreundeSgabe.
Wie schmerzlich fühlte er sich enttäuscht, als sich Thea weder mit
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