der Gastwirth und die reichsten Bauern waren darunter,wie dumm ist es, für Andere sorgen zu wollen, wenn man selbst eine Art Gnaden- brod ißt!"

Dies Wort wollten die Frauen nicht gelten lassen, und versicherten, die Schneiderlene sei ein braves, geschicktes Mädchen, sie verdiene ihr Brod nicht mit Sünden, sie erwerbe es redlich.

Aber wenn sie krank wird, dann haben wir sie zu ernähren, und den Jungen obendrein," rief der Schulze erzürnt.

Sie braucht ja aber nicht krank zu werden," sagte seine Frau kaltblütig, und er wußte darauf nichts zu sagen. Die Schulzin aber nahm sich fest und heimlich vor, wenn Magdalene wieder bei ihr nähe, ihr recht viel zu Gute zu thun, und ihr auch sonst bei jeder Gelegenheit unter die Arme zu greifen.

Magdalene schien übrigens wirklich gar keine Lust zum Kranke werden zu haben, sie war vergnügter und rühriger, als man sie seit lange gesehen, ja sie sah wieder ordentlich jung aus. Sie richtete sich mit ihrem Kinde ganz gut ein, und hatte es jeden Tag lieber. Hatte sie zu Hause zu thun, dann war die Sache sehr leicht, sie konnte neben­bei auf den Jungen achten, ja sie lemte ihn an, ihr auf alle Weise zur Hand zu gehen. Er schüttelte sein Heubettchen selbst auf, holte ihr aus den verschiedenen Ecken des Häuschens und Gärtchenö alles Nöthige herbei, und räumte in der Stube und Kammer auf. Leicht lernte er auch, der Muhme die Nadeln einfädeln; denn er hatte scharfe Augen und flinke Händchen, und erlaubte sie ihm gar, mit einer von dem hal­ben Dutzend, die er immer zu ihrem Gebrauch bereit hielt, ein Paar Flickchen zusammen zu stoppeln, so war Niemand glücklicher als er. Ei," dachte die Pflegemutter, wenn sie ihn so lustig drauf lossticheln sah,er wird gewiß Lust zum Schneiderhandwerk bekommen, das kann er fast ganz bei mir lernen. Da ist er ein gemachter Mann, kann ein-

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