steine Konrad sich <i(9 der Wissendste erwies. Später ging es mit den Zahlen ebenso, und endlich sagte ihnen der Lehrer einen Vers vor, den Konrad zuerst auswendig konnte.
Fröhlich stand er auf. als die Schulzeit um war. Die Hitze und druckende Luft der Schulstube bemerkte er nicht, und der betäubende Lärm der Schuljugend beim Hinausströmcn war ihm nicht unangenehmer als den Fischen das Kräuseln der Wellen. Die jüngsten Schüler hielten sich zusammen, und Konrad war sehr eifrig, seinen Mitschülern die Verschiedenheit „nd Aehnlichkeit einiger Buchstaben auseinander zu setzen, und ihnen die Ziffer», die Einige gar nicht hatten fassen können, dadurch klar zu machen, daß er ihnen zwei Pferde, drei Hühner, vier Enten zeigte, und dabei auf die entsprechende Zahl in der Fibel deutete. Er fand aber wenig Gehör bei ihnen, sie freueten sich, aus der Schule erlöst zu sein, und theilten ihm mit, daß sie int Sommer eine Zeitlang ganz aufhören werde. Das ivar für Konrad gar keine Freude, er tröstete sich aber damit, daß der Sommer noch sehr weit weg sei.
Seine Muhme hatte eben zu HauS zu thun, da konnte der junge Schüler gleich alle großen Ereignisse, die er erlebt, wieder auskramen, und der eifrig Nähenden Alles haarklein erzählen.
„So leg doch endlich Deine Fibel weg," sagte sie ermahnend, „und fädle mir ein Paar Nadeln ein, ich habe schon recht auf Dich gewartet, und hätte Dich längst gebrauchen können."
Beschämt legte Konrädchen seine Fibel an ihren Platz, fädelte die gehörige Zahl Nähnadeln ein, und fing dann mit Feuer an, der Muhme den eben gelernten Vers vorzusagen, unterbrach sich aber hie und da, um nach der Bedeutung eines Wortes zu forschen. „Ei, ei," sagte sie, lächelnd über sein eifriges Beginnen, „willst Du mich etwas lehren, und verstehst es selbst nicht?"
„Sagt mir'S nur erst, Muhme Lehne, dann sag ich's Euch wieder, wir spielen dann Schule!"
-II

