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habe noch kein Nest ausgenommen, Ihr Habbö verboten und ich thäte eS schon von selbst nicht, daß ich die Kleinen den Müttern Wegnahme, und die nachher so traurig wären. Aber die Nester habe ich gesucht, habe sie gefunden, und oft besehen, erst wie die Alten sie so hübsch machen, wie dann ein Ei, und immer niehrere drin liegen, wie dann die kleinen Vogel auskommen, und >vie sie wachsen. Dann sitzen sie endlich so gedrängt im Neste, so aufeinander, daß man denkt, die Großen, Dicken, müssen gleich ein Kleines hinausstoßen, daß eS fällt und den Hals bricht. Wenn ich nun so ein Vögelchen aus dem Neste nähme — ich meine, eben wenn Vater und Mutter nicht da sind, so bekämen die andern Kinder Platz, die Eltern merktcn's gar nicht, und brauchten dies Eine auch nicht mehr zu ernähren. Das wäre gerade, als wenn ein Kind in die Schule kommt. Darf ich so ein Vögelchen in die Schule nehmen, meine liebe, kleine Muhme, bitte." Der Knabe legte seine Arme liebkosend um MagdalenenS Hals, und sah sie flehend und freundlich an.
Ihr weiches Herz schmolz wie Wachs, sie gab ihre Einwilligung, empfahl dem jungen Vögelcntführer aber, recht säuberlich dabei zu verfahren; — und am nächsten Morgen hatte Konrad einen niedlichen Buchfinken, den er mit vieler Sorgsamkeit aufzog, und der viele hübsche Schläge und Melodieen lernte. -
Nach einigen Wochen kamen Pastors wieder, und Konrad eilte sogleich hin, sie zu besuchen, und Alles fortzusetzen, was er angefangen, doch konnte er nicht mehr so viel hin, als früher, weil ihm die Muhme viel zu thun gab in Garten und Haus, er auch die Ziege oft hinaus auf die Weide führen mußte. Denn Konrad war nicht mehr das schmächtige, bleiche und bläulich gefrorene Kind von früher, er war ein muntrer, rothbäckiger Bube geworden, der schon tüchtig etwas angreifen und heben konnte, obwohl er für fein Alter nicht groß war.
Zuweilen wenn die Muhme mehr zu thun hatte, als sie fertig
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