Magdalene zog ihn zu sich, sagte, sie sei wieder gut; aber sie sei krank und könne nicht ausstehen. Da zeigte Konrad, daß er noch nicht Alles auf seinen wüsten Streifereien verlernt habe, er besorgte die Ge­schäfte im Hause, benachrichtigte Magdalenens Kunden, und verschafste ihr von diesen und von der Frau Pastorin, Suppe und kühlende Tränk- chen, oder er kochte auch wohl selbst etwas. Für die Nacht holte er sich ein Heubündel herunter, nnd schlief wieder vor der Muhme Bett wie sonst, als er klein war. Er wachte gleich auf, wenn sie ihn rief, und brachte ihr einen Trank Wasser, oder was sie sonst verlangte. Er­fand Alles leicht im Dunkeln; aber er konnte auch gut Feuer anschlagen, es ging immer geschwind. Die Nachbarinnen verließen die gute Schneider- lene auch nicht, und sahen zuweilen nach ihr; immer fanden sie den Konrad thätig im Hause oder bei der Kranken, sie lobten ihn denn wohl und nannten ihn einen guten Sohn, doch er ward dann immer roth und ging hinaus.

Er schämt sich," dachte Magdalene dann,er denkt noch an sein wüstes Treiben... Es ist gut, daß er cS nicht ganz vergißt."

Eben zur rechten Zeit als die Schule wieder anfing, war Magda­lene wieder so weit, daß sie aufstehen, und sich ein wenig vor ihre Thüre an die Sonne setzen konnte.Nun wird mein Zunge ange­sprungen kvninien," dachte sie gegen Mittag, und wird mir etwas kochen wollen aber die Frau Pastorin hat mir schon etwas geschickt und dann wird er mir erzählen, was sie gelesen, gerechnet und gelernt haben."

Aber sie irrte sich. Konrad kam trübselig daher geschlichen, freute sich über das Gericht der Frau Pastorin nicht und erzählte nichts. Aber auf Magdalenens Anfragen bekannte er, der Herr Schulmeister habe ein strenges Gericht gehalten über ihn und die andern bösen Buben, ihn habe er dabei am schlimmsten vorgenommen und gesagt, ein Knecht der

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