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Dann mußten die jungen Leute auch zuweilen den Unterrichtsstunden beiwohnen, welche die Lehrer und die Zöglinge des HauptseminarS in der Freischule gaben. Dabei ging Konrad ein ordentliches Licht auf. Wenn er bis jetzt im Lehren nur einem dunkeln, lebhaften Triebe, einer Art Instinkt gefolgt war, so sah er hier Alles als klaren festgestellten Grundsatz angenommen, gelehrt und ausgeübt. Er hatte bei Schulzens Christoph und den andern Hagener und Fellinghäuser Kindern versucht, ihnen die Mitlautenden Schriftzeichen nicht als Töne, sondern als Hauche beizubringen, hier sah er die Lautirmethode ausgebildet vor sich; mit der Lehre der Zahlen und der Singnoten war eine ähnliche Verbesserung in Anschaulichkeit und Leichtigkeit vorgenommen, allen Fächern des Lehrend war eine kräftige Handhabe gegeben. Der eifrig Strebende war wie mit Klarheit übergössen, und solchem Lichte mußte jeder Trübsinn weichen.

Konrad brachte bei den gemeinsamen Mittags- und Abendessen solche Gegenstände zuweilen zur Sprache, doch er fand durchaus keinen allgemeinen Anklang. Die Meisten behaupteten, man lerne und schul­meistere den ganzen Tag, beim Essen könne man doch wohl Ruhe und ein bischen Spaß haben; sie schlugen gleich andere Saiten an, und rede­ten mit vielem Wortaufwande von den Verhältnissen ihrer Heimath, von denen ihrer Obern und städtischen Bekannten, und von allen Ver­gnügungen, die sie bereits kennen gelernt, auch vom Theater und dessen Personal. Alles war mit vielen Scherzen und Neckereien durchwürzt, die nur zum Theil nach KonradS Geschmack waren.

Der Tischälteste, Philipp Blau, ein blonder Jüngling von sanftem Aussehen, sagte, nachdem Jene eine Pause gemacht:Ein Jeder muß hier sein Siecht haben, Weise kann auch sagen, was ihn, beliebt, ich mag ihm gern antworten, und ihn noch lieber hören!"

Diese liebevolle Gerechtigkeit machte Konrad zu Philipps Freunde; bald gesellte sich noch ein Dritter zu diesem Bunde, Jakob Hilmsem,