ein lebhafter, unruhiger Kopf, der sich oft mit jenen Beiden stritt, mit dem es sich aber sehr gut streiten ließ.
Als Konrad sich in gutem Zuge fühlte, schrieb er einen schönen langen Frakturbrief auf feinem Postpapier an seine Muhme, diese hatte Schrecken und Freude davon. Schrecken über Konrads weite Reise, Freude über sei» Leben im Seminar. Ungewöhnlich schnell kam eine Antwort anf diesen ©rief; Christoph hatte alle seine Kunst zusammengenommen, und meldete Konrad außer allem Neuen, was sich im Dorfe zugetragen, auch die unerwartete Nachricht, daß seine Schwester Käthchen seit einem Vierteljahre in der Stadt sei. Er hatte sie zweimal von Fellinghausen aus besucht, sie da eigentlich erst kennen gelernt und sehr liebgewonnen, nun war sie ihm so nahe, er konnte sie wiedersehen! Er war außer sich vor Freude und konnte kaum die Freistunde erwarten. Da meldete er sich zum Ausgehe» und sagte mit fröhlichem Stolze zu dem Aufseher: „Ich gehe zu meiner Schwester, sie ist Ladenjungfer bei dem Gewürzkrämer Schwarz, Roßweinstraße No. 7."
„Das brauche ich durchaus nicht zu wissen," sagte dieser gleichgültig.
Konrad, ohne durch diesen Mangel an Theilnahme betrübt zu werden, eilte fort, fand die Roßweinstraße, imd erkannte beim ersten Blick, den er in den kleinen Laden warf, in der schlanken Ladenjungfer seine Schwester Käthchen. Das war eine Freude und Ueberraschung. ein Umarmen und Liebhaben! Käthchen erzählte dem Bruder in der Eile, daß Herr Schwarz ein alter Bekannter ihres Pflegevaters sei, daß er diesen zuweilen besucht, und an ihrem muntern Wesen und an ihrer netten Handschrift Gefalle» gefunden, und sie zu seinem Ladenmädchen erwählt habe. „Es ginge mir auch schon gut," sagte sie, „obwohl die Arbeit angreifender ist, als man denken sollte; aber Eins ist nur schlimm dabei, ich kann wohl schreiben, aber Herr Schwarz lacht immer unmäßig
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