Im Seminar fand er sich um so mehr heimlich wieder, da er sich um Vieles freier dort bewegte, und seine Wohnung nur mit zwei Gefährten theilte. Daß kiese ihm zugegebenen Gefährten eben Jakob Hilmsen und Philipp Blau waren, oerdankte er dem Inspektor, der sich seit lange als seinen besondern Gönner zeigte. Die Freunde lernten wetteifernd, nnterrichteten in der Seminarschule, und trieben ihre sonstigen Beschäftigungen und Freude» gemeinschaftlich, oder doch theilnehmend. Konrad besam gleich kiele Anerbietungen zu Privatstunden in der Stadt, bald in den Elementen, bald in Musik, Rechnen, vorzüglich in biblischer Geschichte. Er freute sich sehr darüber, auch deshalb weil es ihm leicht ward, so viel zu erwerben, daß er nicht nur seine» persönlichen, jährlichen Ausgaben — denn im Seminar hatte er Alles frei —- genügen konnte, und seinem Beschützer nun nicht mehr lästig ward, sondern auch für die Erquickung seiner lieben Muhme etwas übrig behielt.
Seine Freunde gaben indeß nicht zu, daß er sich i» dieser Stu- dienschwelgerei, wie sie es nannten, zu sehr übernahm, er mußte auch Zeit übrig behalten, um mit ihnen auszugehen, und tausend wichtige Gegenstände zu besprechen. Er ließ sich diese Herrschaft gefallen, doch übte er auch wiederum eine über sie aus, war dem sanften Blau, der stets an dem einmal Hergebrachten, immer Dagewesenen festhielt, ein Sporn und Wecker, und dem lebhaften Hilmsen, der stets über alle Grenzen strebte, ein Wehr und Zügel.
Eine lieblichere Milderung fand dieser indeß nach einiger Zeit in
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