anderer, dringender Umstand trieb mich außerdem dazu. Die Aerzte, die ich vielfach befragt, versicherten, Gabriele könne operirt werden, doch sei die Sache sehr schwierig, nur eine besonders geübte Hand könne sie über­nehmen. Ich war eben entschlossen eine Reise zu dem berühmtesten Operateur unserer Zeit zu machen, da kam die Nachricht von seinem plötzlichen Tode. Das entschied; lieber wollte ich Alles dahinten lassen, als mein Kind in ewiger Dunkelheit; ich ward noch einmal ein Schüler."

Recht so, mein Sohn," sagte der Bischof zärtlich;aber was sagte Ihre Frau zu dem kühnen Schritte?"

Meine Frau ist stark an Geist und Liebe, sie ist Mutter, und dann versteht sie mich so gut, ist so Eins mit mir, daß sie immer will, was ich will."

Du Gesegneter!" rief der Greis freudig.

Nachdem ich meine Studie» vollendet, begann ich das große Werk, ich operirte glücklich mein Kind, und seitdem noch Niele, bis ich endlich gewürdigt wurde, Ihnen, meinem Wohlthäter, meinem Freunde, Hülfe zu bringen."

Der Bischof umarmte ihn.

, Aber," sagte er später,ward es Dir nicht schwer, Deiner gelieb­te» Schule zu entsagen?"

Sehr schwer, doch ich machte mich nach und nach davon loS; jetzt steht ihr mein Schwager Hilmsen vor, und wir berathen noch man­ches gemeinschaftlich. Dann hat man in meine Hand die Direktion des Blinden- und Taubstummen-Jnstitutö gelegt, sie haben mich zum Doktor und Professor gemacht o ich habe viele herrliche, dankbare Schüler; denn wie mich auch Gott geführt hat, mein Beruf, mein Ziel ist immer dasselbe, wie mein Streben: ich bin ein Lehrer!"