Eine selige Freude thronte auf der Stirn des Wiedersehenden, sie fand ihren Abglanz in Konrads Zügen. Die Genesung war entschieden, koch blieb der Helfer noch einige Tage, und in diesen erreichte das Ner- ^ ständniß und die Seelenverbindung dieser Beiden die volle Festigkeit und Vollendung.
„Ihr Name, mein Freund," sagte der Bischof, „ist nicht ganz gewöhnlich, doch keinesweges so selten, daß irgend eine Ahnung mir gekommen wäre, jener junge Schulreformator sei mit dem berühmten Professor Weise identisch! Es ist auch wunderbar — erklären Sie mir es, mein Konrad?"
Dieser entwickelte seinen Lebensgang bis zur Gründung der Taubstummenanstalt, und fuhr dann fort: „Die Tochter meines früheren Beschützers, Emma Geswold, verließ uns bald nachher, sie ging, um mit ihrem Bruder, der aus Asien zurückgekehrt war, und an einer fernen Universität einen ehrenvollen Wirkungskreis gefunden hatte, zu leben, » und nahm ihren ältesten Sohn mit, den kleinen Ernst ließ sie uns noch.
Bald darauf erkrankte meine Tochter, damals ein Kind von sechs Zähren, an einer Hautkrankheit, und verlor in Folge des Krankheitsgiftes, oder der Mittel, das Licht ihrer Augen. Von unserm Schmerze sage ich Ihnen nichts, Sie können ihn ermessen — ich that Alles, um ihn zu rmocrn, >a) unreryien uno unterrichtete mein .nmv, auch meine Frau lehrte die kleine Blinde Musik und Gesang — c8 gelang mir, ihre Bildung, so >vie die vieler Andern, die gleiches Unglück niederdrückte, zu fördern, doch wäre ich gern weiter gegangen i» der Nachfolge unsers Meisters und Herrn, die Ihre unvergeßnen Worte mir so ans Herz gelegt. Eine Blindenanstalt bildete sich, man wollte auch diese Direktion in meine Hände legen, doch wie viele Studien ich in den Alten und Neuern gemacht, wie manche eigene Erfahrung ich hinzugefügt, fühlte ich doch, taß »och ein ordentliches Fachstudium dazu nöthig sei — ein >
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