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„Das Gewöhnliche," sprach Conring, „muß sich gefallen lassen einfach belohnt zu werden, während das Seltene sich große Prämien erringt. Außerdem können wir ja JdaS Gehalt erhöhen, wenn sie unsern Ansprüchen völlig genügt, oder sie gar übertrifft."
„DaS sind zwei große Entschlüsse, die wir da gefaßt haben," sagte Marianne tiefaufseufzend, und sich erschöpft auf ihre Kissen zurücklegend. „Weiß Gott, welche Früchte sie uns tragen werden!'
„Allem Anscheine nach gute und heilsame," entgegnete Conring heiter, „ich halte diese Briefe für eine wahre Gotlsendung. Diesters Episteln sind immer wohlthuend, ich gewinne dadurch ein volles Bild seines Lebens und seiner Stimmung, und werde überzeugt, wie tief er in meine Interessen eingeht, und wie er mit mir lebt. So schickt er mir ein ganzes Glas, wohl verpackt, voll Käser in Spiritus zu meiner Jnsektensammlung, und erzählt, daß er sie bei seine» einsamen Tpazier- gängen, an mich und meine Liebhabereien denkend, gesammelt habe. Freilich," fügte Conring behaglich lächelnd hinzu, indem er daS fragliche Fläschchen aus der Tasche zog und es öffnete, „freilich ist manches Bekannte darunter, manches, was ich in verschiedenen Exemplaren schon habe, doch auch Neues und Erwünschtes schickt mir der Freund. So sieh einmal diesen Mondhornkäfer, copris limaris und diesen Strahlen käfer, ateuchus sacer, die er sich zu verschaffen gewußt bat..."
Wohlgefällig betrachtete der Naturliebende die beiden Käferexemplare, die er auf die flache Hand gelegt hatte, und bot sie dann seiner Gattin zum Beschauen dar, indem er sich anschickte, ihr die Besonderheiten seiner neuen Erwerbungen hervorzuheben und zu erklären; doch er ward damit zurückgewiesen; mit verzogenem Gesicht und einer abwehrenden Handbewegung wandte sich Marianne auf die andere Seite, indem sie hervorstieß : „Um Gotteswillen, bleib mir mit dem ekelhafte» Gewürm weg!

