Ich sage nichts mehr," versicherte Therese;aber wenn Du fertig bist, mußt Du mit mir plaudern."

Malwina hielt sich statt aller Antwort die Ohren zu, und sagte sich eifrig sowohl kleine als große Zahlen vor. Therese arbeitete gleichniüthig weiter, und vertrieb sich die Zeit dabei durch ciu leises Suninien, das der Schwester nicht sonderlich zu behagen schien, wie ihre Mienen bezeugten, das sie aber gewähren ließ. Endlich hatte das erhitzte Gehirn die Masse der Zahlen in sich aufgenommen; erschöpft schloß die Studentin ihr Buch, ließ die Arme in den Schooß sinken und sagte:Nun, glaube ich, weiß ich Alles aufs Haar! ThuSnelde und Johanne sollen es mir nicht zuvor thun!"

Therese ging in die hohen Flüge ihrer Schwester nicht ein, sondern faßte standhaft ihr früheres Thema wieder auf.Sag, Malve, freust Du Dich eigentlich auf die Beiden?"

Eigentlich jetzt nicht mehr," antwortete die Gefragte aufathmend; aber neugierig bin ich immer noch, wie sie wohl aussehen und sich anstellen werden. Denke ich aber, Eine von ihnen könnte sein wie die Duchalon, so wollte ich lieber, sie kamen gar nicht. Weißt Du noch, wie die uns immer anfuhr und schlecht behandelte?"

I (>. r >

O ja," versicherte Therese;aber manchnial war sie auch sehr freundlich, erzählte uns manches Hübsche und spielte mit uns. Und tvas das Beste war, man hatte doch Jemand, zu dem man sich halten konnte, und zu dem man gehörte."

Nein," erwiderte Malwina lebhaft,zu einer Person, welche die Mutter nachäfft, wenn sie ihre Leiden beklagt, kann ich kein Vertrauen haben..."

Ja, daS war abscheulich," rief Therese.Aber so werden diese nicht sein, vorzüglich unsere Erzieherin nicht, Fräulein Agathe. Die denke ich mir so lieb und freundlich; blond und sanft muß sie sein, etwa wie unsre Cousine Minna."