versteht ja nichts von Küche und Haushalt, das sieht unsereins gleich! Sie ist ja so angst und bange; zitterte ihr doch die Hand, als sie mir die Butter zum Braten ausstach, daß sie das Stück hätte beinahe fallen lassen! Und so wenig gab sie mir! Na, wenn der Herr diesen Mittag fragen läßt, wo ich die Bratensauce gelassen, so werde ich antworten, er könne sie nur von Fräulein Mellvw fordern! Da wird sie gotteS- erbärmlich roth werden — das wird sie gleich, wenn man sie nur ansieht!"
Matchen verfehlte nicht, diese Glnth gehörig anzublasen, und eS wäre aus so vereinten Kräften vielleicht eine verzehrende FeuerSbrunst entstanden, wenn nicht in einem der nächsten Morgen die Köchin von ihren Krämpfen angefallen worden wäre. Wer sollte in ihre Stelle treten? Blalchen konnte nicht für Herrschaften koche» — man wollte aus dem Gasthause holen lassen, da erbot sich Jda schüchtern, ihre oft ausgeübte Kunst wieder zu versuchen, und sie ward angenommen. Die drei Kleinen wurden mit Matchen ins Freie geschickt, Malwine der Mutter zugeordnet, und Thercse zu ihrer großen Freude von Jda zur Gehülfin auSerwählt. Ein wenig später als gewöhnlich kam das Mittagsesscn herein, Suppe und zwei Gerichte, für die Zwillinge und Paul noch Besonderes. Die glühende junge Köchin und ihre triumphirende kleine Gehülfin ernteten großen Beifall, ja was bei weitem wichtiger war, die leidende Köchin wurde erschüttert, gerührt und dadurch bekehrt, als Jda inmitten ihrer Kochgeschäfte Zeit fand, jene mit selbstgemachtem Thee zu erquicken, und ihr nachher ein Süppchen zu bereiten, welches ganz nach deren Geschmack war. Christel beeilte sich zu genesen, und äußerte nach her gegen Matchen: „Das muß wahr sein, eine sehr nette Person ist die Fräulein Jda, man sollte es ihr nicht ansehen! Hat sie mir nicht selbst eine Serviette aufs Bett gedeckt, und mir den Löffel in die Hand gegeben! Die versteht einen noch nach Würden zu ehren."
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