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„Ich wußte nicht, wer es sonst thun solle'?" entgegnete diese sanft, „Frau Eonring ist zu schwach und erregbar, den Dienstboten kann ein solches Geschäft nicht wohl anvertraut werden, da habe ich es denn ohne weiteres auf mich genommen/'
„Aber die Kunst!" rief Agathe.
„Die wird gebeten," sagte Jda lächelnd, „noch einige Tage zu warten; ich habe nach dieser Arbeit mancherlei Feines auszubessern und dann noch zu plätten."
Agathe zog sich verstimmt zurück. „Die kleine Person," dachte sie, „ist auch gar zu gewöhnlich! Etwas opfern muß man für die Kunst, sonst lächelt uns die Hohe nie! Etwas Eifer, etwas Feuer ist nöthig, und ich fürchte, die gute Jda kennt kein anderes Feuer, als das unter dem Waschkessel!"
In ihrem Zimmer angekommen, fand Agathe ein eben angelangtes Paket neuer Musikalien, welches sogleich jede Wolke von ihrer Stirn trieb und sich ihrer ganzen Seele bemächtigte. Unter andern Stücken fand sie Variationen auf eine indische Melodie darin, die ihr originell schienen, und die sie sogleich zu spielen anfing. „Die will ich mir in diese» Tagen einüben," dachte sie, „und sobald ich sie ganz in den Fingern habe, den Conrings vortragen; gefällt sie ihnen, so kann sie auch Malwina lernen; ich kaun sie vielleicht vierhändig verschaffen, und wir können sie dann zusammen spielen."
Agathe wußte, daß Eonring die ersten Jahre seiner Ehe in Eal- cutta verlebt, daß seine beide» ältesten Töchter dort geboren waren, und daß er noch immer eine große Vorliebe für indische Natur und Sitte hatte, und daß auch Marianne mit einer Art von Schwärmerei in den Erinnerungen aus ihrer indischen Vergangenheit schwelgte. Dies Alles befeuerte Agathe, ihren Principalen eine freudige lleberraschung zu bereiten, ihnen vielleicht Bekanntes, jedenfalls Indisches zu geben; jedoch

