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sie konnte gar nicht dazu gelangen, eine ungestörte Zeit zu gewinnen. Bald kamen Besucher, die sie unterhalten mußte, bald gab es Wissensund Merkwürdiges zu sehen, wohin sie die Kinder zu führen genöthigt war, oder die entsetzlich fleißige Therese hatte wieder eine Handarbeit vollendet, und wollte gern eine neue beginnen, da mußte Agathe vorschlagen, erfinden, einrichten. Sonst hatte sie dergleichen oft auf Jda geworfen; aber die hatte jetzt ja das abscheuliche Platten vor! Endlich fand sich eine freie Stunde, Agathe versenkte sich in die indische Süßigkeit; da plötzlich drang mit einigem Geholter der kleine Paul herein und sagte: „Fräulein, ob Du in einer halben Stunde mit Jda und mir spazieren gehen wolltest?" -
„Ja, ja," nickte Agathe, verdrüßlich, mit glühendem Gesichte, „mach nur, daß Du fortkommst!"
„Nun, was sagte Fräulein von Waldenhoven?' fragte Jda. „Sehr wenig." entgegnete das Kind, „sie war etwas ungeduldig, wie immer, und sah sehr böse aus; aber sie sagte Ja."
Jda hatte sich gefreut, nach langer, anstrengender und mechanischer Arbeit einen traulichen Gang mit Agathen zu machen, und mit ihr zu verabreden, wann sie das liebe Singen anfangen könne; doch die halbe Stunde verging, Agathe kam nicht; noch eine Viertelstunde beschwichtigte Jda das wartende Kind und sich selbst, dann eilte sie leise vor Agathens Zimmer, öffnete geräuschlos die Thür — da saß die Ersehnte, tief in ihr Spiel verloren. Leise und betrübt ging Jda zurück. „Laß uns nur weggehen, meine Jda," rief Paul, „das Fräulein" — so nannte er sie stets — „will nicht mit!"
„Sie hat es gewiß vergessen," sagte Jda begütigend, und brachte bald das Kind auf andere Gedanken; doch in ihrem Herzen blieb ein Stachel, der noch tiefer und schärfer eindrang, als Agathe nachher gar nichts von der Sache zu wissen schien, sich nicht bei ihr wegen des

