18 !)
Wort auf eine traurige Weise einzutreffen schien, vor dem durch ihren Fleiß gefüllten und geordneten Schranke, und hörte noch, daß Agathe in heiterer Weise ihre Gestalten durch einige komische Zusätze lebensvoller machte. Mit leisem Beben schloß sie den Schrank; durch den Thürspalt hörte sie noch dumpf den Klang ihres Namens, vom Gelächter der beiden Schülerinnen begleitet. Heiße Thränen tiefer Kränkung quollen aus Jda's Augen, mechanisch drückte sie das Schloß zu, ergriff den leeren Korb, schwankte in ihr Zimmer, warf sich auf einen Stuhl und weinte sich aus. Aber ihr Herz wurde nicht leicht, sie sühlte sich allein, feindlichen Gewalten zur Beute, die sie rings umdrängten, und die ihre gehässigen Absichten durch gleißende Freundlichkeit zu überdecken strebten, und sie dadurch verderblicher noch und widriger machten.
Sie rang nach Herrschaft über diese mächtigen, verletzten Gefühle, nach Fassung, und hatte sie kaum wiedergewonnen, als Agathe, ohne anzuklopfen, durch das kleine Garderobenzimmer zu ihr eindrang, und in lustiger Weise sagte: „Nun, kleine Kunstjüngerin, lassen Sie mich endlich Audienz bei Ihnen finden, helfen Sie mir herausklügeln, in welcher regelmäßigen oder unregelmäßigen Weise, wir unsre Singstunden einrichten! Es wird kein leichtes Stück Arbeit sein; denn wir sind beide viel beschäftigt, auf Ihnen ruht das HauS, auf mir die Lehre; aber des Schweren Reiz ist die Würze deö Lebens. Nun was sagen Sie? Aber waS fehlt Ihnen?"
„Mir nichts!" antwortete Jda kalt; sie fühlte wie ihr alles Blut zum Herzen drang, während ihr Gesicht erbleichte. „Ich habe mir," fuhr sie stockend fort, „die Sache reiflich überlegt, es geht doch wohl nicht. Ich habe zu wenig Talent, gar keine Vorbildung . . ."
„Ei, das muß ich beurtheilen können, und besser wissen!" rief Agathe.
„Ihr Urtheil, Fraulein von Waldenhoven, ist gewiß richtig und

