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genug gemacht haben. Er wird glücklich sein, wenn er unsre Einigkeit und Liebe sieht. Aber die Kinder! O, denen haben wir sehr geschadet! Doch wir wollen nicht ruhen, bis' wir alles Unkraut ausgerauft haben. Erinnre mich, liebste Jda, wenn ich sorglos und achtlos dahinfahre oder in musikalische Begeisterung vertieft, meine Pflicht und mein Wort vergesse!"
„Ich will es," sagte Jda, die Freundin freudig ansehend; „aber mahne Du mich auch, wenn ich feig und schüchtern der Wahrheit das Zeugniß schuldig bleibe, oder in Kleinlichkeit und Pedanterie versinke."
„Daran solls nicht fehlen," lachte Agathe; „aber meine erste Ermahnung ist: Lerne singen!"
„Ach, wie oft habe ich mich darnach gesehnt!" rief Jda.
So gaukelten die Gespräche der beiden Wanderinnen hierhin und dorthin, oft aber unterbrachen sie sich, um eine neue Ansicht zu bewundern, oder die wachsende Kraft und Schönheit des Baches zu betrachten, der zu ihren Füßen rauschte, oder auch uin ihre frühere, traurige Verblendung zu beklagen, und das Glück ihrer Einigung zu fühlen.
„Ich muß über mich selbst lachen," betheuerte Agathe, „wenn ich daran denke, wie ich oben über die Höhe auf unwegsamen Pfaden dahin- rasete, vergeudete Kräfte und zerrissene Kleider davon trug, und nichts sah als Tannen, Fichten, Gestrüpp und trockne Blätter, und nun zurückkehre aus ebenem, reizenden Wege, von immer neuen Herrlichkeiten umringt, und an Deinem Arm!"
Eben senkte sich der Weg den letzte» Hügel hinab, der Bach siel brausend auf die Mühlräder, der glänzende Streif des Flusses trat hervor, und am Himmel schwamm der rosige Abglanz der Abendröthe.
„Wir müssen eilen!" rief Jda; „Conring wird die Fahrt so eingerichtet haben, daß seine Leidenden und Schwachen nicht in der Abendluft fahren."

